Wasserstoff, der neue Heilsbringer

Es gibt einen guten Grundsatz im Bankgeschäft: Werfe nie gutes Geld schlechtem hinterher. Energiewende geht anders. Zuerst hat man die Landschaft mit Windmühlen und Sonnenkollektoren zugepflastert. Die zwei zentralen Werbeslogans waren ≫Die Sonne schickt keine Rechnung≪ und ≫Irgendwo weht immer der Wind≪. Beide gleichermaßen trivial und im Zusammenhang mit dem europäischen Stromnetz schlicht weg falsch. Kritik wurde einfach – z. B. durch die unvergleichliche Energie-Fach-Frau Claudia Kemfert –weg gelächelt. Sie schwafelte sich monatelang mit ihrem ≫smarten Netz≪ und ihren ≫intelligenten Zählern≪ durch die Gesprächsrunden im Staatsfernsehen. Leider kam die gemeine Hausfrau sehr schnell dahinter, daß es sich dabei nur um Neusprech für Rationierung handelte. Lebensmittelkarten, egal ob elektronisch oder nicht, sind nun mal in Deutschland aus Erfahrung gemieden. Auch wollte besagte Hausfrau ungern die Wäsche des nachts im Plattenbau schleudern lassen oder solange im Saft stehen lassen, bis mal wieder der Wind weht. Was natürlich unsere Schlangenölverkäufer und Kombinatsleiter nicht davon abhält – nun eher in aller Stille – die guten alten Stromzähler durch neue und wesentlich teurere auszutauschen. Geschäft ist Geschäft und man erfüllt damit natürlich nur die Vorgaben der Politik. Innerlich war man schon immer irgendwie kritisch.

Nun weiß man aber aus der Werbung, daß es wenig effektiv ist, abgedroschene Werbeslogans weiter zu senden. Es mußte also ein neuer Gimmick her, mit dem man in einschlägigen Talkshows brillieren konnte: Das batteriebetriebene Elektroauto ward geboren. Wohlgemerkt, die Betonung lag auf ≫batteriebetrieben≪. Damit sollte der Hipster aus der Vorstadt sein Auto aufladen, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht und sollte sogar noch ein Zubrot erzielen können, wenn er dem Prekariat im Sozialbau bei kalter Dunkelflaute mit ein bischen Strom aus seinem Drittauto aushelfen würde. Leider ist dieser Markt zu klein, um für die deutsche Autoindustrie profitabel zu sein. Otto-Normalverbraucher hingegen muß lange und schwer arbeiten, bis er ein paar Zehntausend Euro für ein Elektroauto über hat. Er wird sich hüten, sein Fahrzeug irgendwelchen Windmüllern als Speicher zur Verfügung zu stellen. Wohlwissend, daß die Batterie das teuerste Bauteil an seinem Auto ist und deren Lebensdauer stark von der Anzahl der Ladezyklen abhängt. Ganz nebenbei, wird von ihm als Steuerzahler auch noch erwartet, daß er jeden Tag pünktlich auf seiner Arbeitsstätte erscheint. Chef, meine Batterie war leer, geht nicht. Wenn sich das Elektroauto tatsächlich ausbreitet, wird es zu einer Zunahme der Nachfrage nach elektrischer Energie und vor allem auch elektrischer Leistung führen. Mit einfachen, aber deutlichen Worten: Wir brauchen noch mehr konventionelle Kraftwerke als heute. Kohle und Kernenergie soll es aus ideologischen Gründen nicht mehr sein, also muß was anderes her. Die nächste Schnapsidee lautet Neudeutsch ≫Power to Gas≪ oder doch wenigstens ≫Wasserstoff≪, denn die GröKaZ irrt sich nie oder wie man früher auch sagte ≫Die Partei hat immer recht≪.

Wasserstoff

Wasserstoff hat den Charme aus fast überall verfügbarem Wasser herstellbar zu sein und nach getaner Arbeit auch wieder zu Wasser zu werden. Das die Umwandlung nicht so ganz einfach ist und durchaus auch nicht ganz ohne Schadstoffe vonstatten geht, soll hier erst einmal nicht interessieren. In diesem Zusammenhang geht es um die Frage der Speicherung. Was die Stromversorgung angeht, haben sich unsere grünen Schlehmile schon einen Weg ausgesucht. Sie wollen Wasserstoff durch ihre Windmühlen und Sonnenkollektoren erzeugen oder präziser gesagt, aus der von ihnen produzierten elektrischen Energie. Dies ist beileibe keine feinsinnige sprachliche Unterscheidung. Würden sie die Anlagen selber bauen und betreiben, würden sie an den Kapital- und Betriebskosten schlichtweg ersticken und das alles nur, um die ≫Nachfrage nach elektrischer Leistung≪ befriedigen zu können. Man kann es nicht oft genug betonen, solche Anlagen können nur dann Wasserstoff produzieren, wenn auch Wind weht bzw. die Sonne scheint. Wobei noch nicht einmal geklärt ist, ob solch eine Wasserstoffherstellung bei ständig schwankender und zufälliger Stromproduktion überhaupt funktioniert. Man denke nur mal einen Augenblick an tagelangen Frost im Winter. Wasser einfrieren lassen oder die bereits kostspielig gewonnene Energie zur notwendigen Heizung der Wasserstoffproduktion verbraten? Mit Sicherheit wird man auch hier den bewährten Weg des Schmarotzen gehen: Das Stromnetz und zukünftig auch noch das Erdgasnetz, werden sich selbstverständlich kostenlos den Bedürfnissen der grünen Energiebarone anpassen und unterordnen müssen. Alle notwendigen Mehrkosten werden wie gehabt direkt auf die Allgemeinheit umgelegt (Netzentgeld etc.).

Noch einmal zurück zur aktuellen Frage: Ist Wasserstoff als Antrieb bei Kraftfahrzeugen besser geeignet, als die (berüchtigte) Batterie? Beide haben das gleiche Problem: Geringe Energiedichte und/oder lange Ladezeiten. Jedes Fahrzeug (ausgenommen Schienenfahrzeuge) muß nicht nur sein komplettes Antriebssystem, sondern auch seinen kompletten Energievorrat mit sich führen. Bei Benzin und Diesel ist das bekanntlich kein Problem, denn es sind Flüssigkeiten mit hoher Energiedichte. Flüssigkeit bedeutet nahezu drucklos, hohe Energiedichte bedeutet kleiner Tank und was immer gern vergessen wird, beides zusammen ergibt eine sehr kurze Zeit zur vollständigen Betankung. Eine Autobahntankstelle mit Elektrozapfsäulen oder Verdichter für Wasserstoff benötigt einen eigenen Hochspannungsanschluss um die benötigte elektrische Leistung bereitzustellen. Wie gesagt, Wasserstoff ist ein Gas und es gibt damit nur drei Möglichkeiten es im Auto mitzuführen: In Druckgasflaschen (mindestens 300 bar), in einem Kryotank (Temperatur -252 °C) oder chemisch gebunden. Die Lösung Druckgas ist technisch einfach und kostengünstig und bei PKW wohl auch die einzig realistische. Aber auch hier wieder der Nachteil langer Ladezeiten bzw. geringer Reichweite (bei der notwendigen Verdichtung im Tank erwärmt sich das Gas und verringert somit die mögliche Beladung). Dämmert es jetzt, warum schon jetzt hinter vorgehaltener Hand von ≫synthetischen Kraftstoffen≪ gewispert wird? Das ist lediglich ein Neusprechwort für das, was Deutschland schon im zweiten Weltkrieg machen mußte. Diesmal will man nur nicht Braunkohle als Ausgangsstoff verwenden. Dabei nicht vergessen, wir reden nicht mehr nur von dem Sektor Stromerzeugung, sondern inzwischen auch schon von Verkehr und immer öfter auch von Industrie und Gebäuden. Alles versorgt durch Wind und Sonne. Bald auch wieder ≫Volk ohne Raum≪ für Windkraftanlagen? Regiert von Vegetariern als ≫Schutzstaffel≪ des Klimas?

Jetzt auch noch Kernkraftwerke

Das ist kein Witz. In den USA planen bereits Kernkraftwerke auf ihrem Gelände eine Wasserstoffproduktion aufzubauen. Es gibt dafür auch reichlich Subventionen, „wegen Klima“. Erstes Projekt ist der Bau einer Elektrolyseanlage für das Kernkraftwerk Davis Besse (Druckwasserreaktor mit 894 MWel) in Oak Harbor, Ohio. Die Anlage soll $11,5 Millionen kosten (davon $9,2 Millionen Zuschuss vom US Department of Energy). Sie soll 1–3 MWel aus dem Kernkraftwerk nutzen, um damit Wasserstoff für die Versorgung öffentlicher Fahrzeuge und der lokalen Wirtschaft bereitzustellen. Das Demonstrationsprojekt wird federführend vom Idaho National Laboratory (INL) betreut, Industriepartner ist FirstEnergy Solutions, die Partner als Stromversorger sind Xcel Energy und Arizona Public Service. Das Projekt soll mindestens zwei Jahre laufen. Betriebsbeginn soll schon nächstes Jahr sein.

Das Interesse der Versorger in Arizona an diesem Projekt ist nicht ganz abwegig. Das Kernkraftwerk Palo Verde in Tonopa, Arizona produziert mit seinen drei Reaktoren (3397 MWel) rund 35% des gesamten Verbrauchs an elektrischer Energie in diesem Bundesstaat. Arizona ist aber auch der Sonnenstaat der USA. Vor einigen Jahren gab es erbitterte Auseinandersetzungen um einen „Atomausstieg“ und alternativ eine Vollversorgung durch „Sonnenstrom“. Die Bürger in Arizona entschieden sich durch Volksentscheid für die Erhaltung ihres Kernkraftwerks. Gleichwohl nimmt die Produktion durch „Sonnenkraftwerke“ dank hoher Steuervergünstigungen im gesamten Süden der USA beständig zu. Dies führt zu erheblichen Störungen im Stromnetz. Die Preise für Spitzenstrom an heißen Sommertagen (Klimaanlagen) betragen inzwischen mehr als $8 pro kWh. Diese Stunden sind die Domäne der offenen Gasturbinen (geringe Investition, aber hoher Gasverbrauch). Noch ist Erdgas als Beiprodukt der Ölförderung in Texas und New Mexico extrem billig. Die Brennstoffkosten liegen bei rund $Cent 3,4 pro kWhel. Dies muß aber nicht so bleiben.

Letztendlich wird sich die Frage, Wasserstoff hergestellt aus Erdgas (heute überwiegende Produktion) oder aus Kernenergie über den Preis entscheiden. Am Preis aber, will die Politik über eine CO2 – Abgabe zukünftig kräftig drehen. Mit Sicherheit wird aber Wasserstoff aus „Wind und Sonne“ kein konkurrenzfähiges Produkt ergeben. Die geringe Arbeitsausnutzung solcher Anlagen und ihre wetterabhängige Zufallsproduktion können niemals mit Kernkraftwerken konkurrieren. Ist dies der Grund, warum unser Wirtschaftsminister neuerdings immer öfter darauf hinweist, daß wir heute schließlich auch den größten Teil unserer Primärenergie (Steinkohle, Erdgas, Öl) importieren?

Nukleare Sicherheit in China 2019

Die Informationsstelle des Staatsrates der Volksrepublik China hat gerade ein Grundsatzpapier über die Sicherheitsphilosophie in englischer Sprache veröffentlicht. Nicht nur das ist ein Hinweis, daß es an den Weltmarkt gerichtet ist. Gleich der allererste Satz im Vorwort lautet: Die Entdeckung des Atoms und die konsequente Entwicklung und Anwendung der Kernenergie hat den Fortschritt der Menschheit neuen Auftrieb gegeben und unsere Fähigkeit die Welt zu verstehen und zu gestalten entscheidend gestärkt. Dem ist nichts hinzuzufügen. Erfrischend ist, wie durchweg positiv die Einstellung gegenüber der Kerntechnik ist. Sie ist in China seit nunmehr 70 Jahren ein Erfolgsmodell. Wetten das, daß in Deutschland erst einmal auf die „Atomkatastrophen“ von Fukushima und Tschernobyl hingewiesen worden wäre und irgendwelche dunklen Untergangsgefahren beschworen worden wären? Dies ist der offensichtliche Unterschied zwischen einer aufstrebenden Nation und einer saturierten lebensmüden Gesellschaft.

Wenn man im Vorwort weiter liest, erhält man die Begründung für diese Schrift in der vollen sozialistischen Prosa: Präsident (auf Lebenszeit) Xi Jinping schlug eine rationale, abgestimmte und ausgewogene Sicherheitsstrategie für die Kerntechnik vor, unter Betonung der Gleichwertigkeit von Entwicklung und Sicherheit und setzte sich entschieden für den Aufbau einer weltweiten Gemeinschaft zur Teilung der nuklearen Sicherheit ein – er machte unmissverständlich die Richtung für die nukleare Sicherheit in einer neuen Weltordnung unter dem chinesischen Ansatz für internationale Zusammenarbeit für die Anwendung der Kernenergie und der nachhaltigen globalen nuklearen Sicherheit deutlich. Noch Fragen? Jedenfalls zahlt unsere Regierung in ihrer unendlichen Weisheit wohl immer noch mehrere hundert Millionen Entwicklungshilfe an den Roten Drachen – getreu der Devise, wer den Drachen füttert, wird als letzter gefressen. Vielleicht träumen Angela und Annalena auch nur davon, daß die Chinesen ganz, ganz viele Windmühlen für unser Geld kaufen.

Dieses Papier ist in sechs Kapitel gegliedert, die folgend näher beschrieben werden sollen.

I. Eine rationale, abgestimmte und ausgewogene Strategie zur nuklearen Sicherheit.

Chinas nukleare Sicherheitsstrategie auf dem Gebiet der Kerntechnik ist die Verkörperung von Xi Jinpings Gedanken über einen Sozialismus chinesischer Ausprägung in einem neuen Zeitalter; ein bedeutendes Element innerhalb der allgemeinen Rahmenordnung der nationalen Sicherheit und stellt eine bedeutende Innovation in der Theorie über die staatliche Lenkung nuklearer Sicherheit dar. Diese Strategie ist ein bedeutender Meilenstein zur Förderung der internationalen nuklearen Sicherheit. Bleibt einem nur zu hoffen, daß die chinesische Ausprägung des Sozialismus nicht die gleichen Folgen für die Kerntechnik hat, wie die Sowjetische. Der Kern der chinesischen Sicherheitsstrategie sind die „Vier Schwerpunkte“:

  1. Wir sollten die Entwicklung und Sicherheit gleichwertig behandeln und die kerntechnische Industrie im Rahmen einer „garantierten Sicherheit“ entwickeln. Entwicklung ist das Fundament für Sicherheit, solange Sicherheit die Vorbedingung für Entwicklung bleibt. Entwicklung und Sicherheit sind die Grundvorraussetzungen für eine friedliche Nutzung der Kernenergie durch die Menschheit. Die Kernaussage lautet hier: Nur durch fortschreitende Entwicklung können die Risiken sicher beherrscht werden und nur durch Gewährleistung der Sicherheit kann die Kernenergie nachhaltig weiter entwickelt werden.
  2. Wir sollten mit Nachdruck auf die Gleichwertigkeit von Anrecht (auf die Nutzung der Kernenergie) und Verpflichtung (bezüglich der Sicherheit) verweisen und die internationale Sicherheit auf der Basis von Achtung für die Rechte und Interessen aller Länder fördern. Es folgt dann der ausführliche und für sozialistische Länder obligatorische Verweis auf UNO, Internationalismus usw.
  3. Wir sollten mit Nachdruck eigene unabhängige Bemühungen und (internationale) Zusammenarbeit für eine umfassende nukleare Sicherheit in gegenseitig nützlicher Herangehensweise anstreben. Nukleare Sicherheit ist zuerst und herausragend eine nationale Angelegenheit und es sollte von allen Regierungen die grundlegende Verantwortung dafür berücksichtigt werden. Im Folgenden wird noch einmal ausführlich die nationale Verantwortung und gegebenenfalls ihre Auswirkungen auf die gesamte Welt erläutert.
  4. Wir sollten mit Nachdruck die Symptome und grundlegenden Ursachen betrachten und die nukleare Sicherheit umfassend durch die Beseitigung der grundlegenden Ursachen befördern. Im Folgenden werden Beispiele aufgeführt und es wird mit der Betonung der Internationalen geschlossen.

Die chinesischen Prinzipien zur nuklearen Sicherheit werden benannt und noch einmal erklärt: Sicherheit wird an die erste Stelle gestellt und kontrolliert ob alles in Übereinstimmung mit den Gesetzen geschieht. Im Zentrum steht die Gefahrenvermeidung und der Aufbau gestaffelter Sicherheitsmaßnahmen. Eine klare Abgrenzung der Zuständigkeiten und eine unabhängige Überwachung. Eine starke Verwaltung mit umfangreichen Garantien.

II. Aufbau eines politischen und rechtlichen Rahmens zur nuklearen Sicherheit

China ist ein führendes Land in der Nutzung der Kernenergie und der Kerntechnik. Nukleare Sicherheit ist entscheidend für die Staatssicherheit und die politischen Maßnahmen und Gesetze sind der Grundpfeiler der nuklearen Sicherheit. Um eine optimale Lenkung der nuklearen Sicherheit zu erreichen, wendet China die höchsten Standards und strengsten Auflagen bei der Gestaltung des politischen und rechtlichen Rahmens an, setzt eine nationale Strategie in Kraft, erstellt mittelfristige und langfristige Pläne und verbessert die Gesetze und Vorschriften bezüglich der nuklearen Sicherheit.

Es folgen viele blumige Worte zur Strategie eines wunderschönen Chinas und über die mittelfristigen und langfristigen Pläne. China erstellt im Rahmen der Fünfjahrespläne zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung jeweils auch die Planvorgaben für die Kerntechnik. Es läuft der 12. Fünfjahrplan (2011–2015) bzw. 13. Fünfjahrplan (2016–2020) zur nuklearen Sicherheit und zur Vermeidung radioaktiver Belastungen. Gleichzeitig wird die Planerfüllung analysiert, Richtlinien und Vorschriften freigegeben, Zielindikatoren, Kernaufgaben, Vorhaben und unterstützende Maßnahmen zur nuklearen Sicherheit definiert. Diese Pläne hätten dabei geholfen, alle Anforderungen abzustimmen, die nukleare Sicherheit zu gewährleisten und auszuweiten und die Regularien zur nuklearen Sicherheit zu verbessern. Es folgt eine Tabelle über die Ziele der einzelnen Fünfjahrpläne. Bemerkenswert ist, daß in der 12. und 13. Periode ein Hochtemperaturreaktor und zwölf verschiedene Druckwasserreaktoren mit einer Gesamtleistung von 30 GWel gestartet worden sind.

Es ist ein solides System aus Gesetzen und Normen entstanden: 30 gesetzliche Regelungen, 100 Sicherheitsrichtlinien und über 1000 Normen zur nuklearen Sicherheit. Hinzu kommen noch über 200 Vorschriften der 31 chinesischen Provinzen. Um die Normen auf dem neuesten Stand zu halten, werden die Normen der International Atomic Energy Agency und aller Länder mit fortschrittlicher Kerntechnik beständig beobachtet, ausgewertet und eingearbeitet.

III. Gewährleistung wirksamer Vorschriften zur nuklearen Sicherheit

China behandelt die nukleare Sicherheit als eine wichtige Verpflichtung des Staates und läßt einheitliche Vorschriften durch Sonderorganisationen ausüben und unterhält ein Aufsichtssystem abgestützt auf Unabhängigkeit, Offenheit, Rechtsstaatlichkeit, Vernunft und Wirksamkeit. Um unabhängige nukleare Sicherheitsvorschriften sicherzustellen und zur Stärkung der Befugnisse und Leistungsfähigkeit hat China die fachliche Unterstützung verstärkt und durch ein Profi-Team, das System kontinuierlich modernisiert und die Genehmigungskapazität gestärkt.

Das dreigleisige Aufsichtssystem

Die nukleare Sicherheit, Strahlenschutz und Umweltüberwachung wird durch eine dreigleisige (Hauptquartier, Regionalbüros und technische Unterstützungseinheiten) unabhängige Organisation wahrgenommen. Die National Nuclear Safety Administration ist seit 1984 für die Sicherheit aller zivilen kerntechnischen Anlagen, die Ausarbeitung von Sicherheitsvorschriften, Gesetzen, Regelungen, Normen, Pläne, Genehmigungsverfahren und die Abstimmung aller Vorschriften für das gesamte Land zuständig. Um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten ist es in sechs Regionalbüros (Nord, Nordost, Ost, Süd, Südwest, und Nordwest ) gegliedert. Hinzu kommen noch zur technischen Unterstützung das Nuclear and Radiation Safety Center und das Radiation Monitoring Technical Center. Sie übernehmen eine unabhängige Kontrolle und Überwachung und haben besondere „Polizeibefugnisse“. Lokale Regierungen aller Ebenen übernehmen durch die den Verhältnissen angepaßten Ausführungsvorschriften mit Teilzeit- oder Vollzeitkräften den Strahlenschutz.

Umfassende Überprüfungen und Verwaltung der Genehmigungen

Die Regierung hat die Sicherheit durch die Vergabe von Lizenzen und deren konsequente Überwachung verbessert. Dies betrifft alle kerntechnischen Anlagen, Werkstoffe, Aktivitäten und radioaktive Stoffe. Es werden Lizenzen für den gesamten Lebenszyklus oder dessen Teile vergeben. Sie betreffen den Standort, die Errichtung, den Betrieb und den Abriß. Dies betrifft alle Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren, Anlagen des Brennstoffkreislaufs und alle Einrichtungen die Abfälle behandeln, lagern, und endlagern. Lizenznehmer besitzen nukleare Materialien oder produzieren, handeln und benutzen Radioisotope oder Strahlung aussendende Gegenstände – unterschieden nach Strahlungsart und Leistung. Die Genehmigungen für den Transport radioaktiver Materialien werden durch Online Monitoring überwacht. Ebenso werden die Lizenzen für die Lizenznehmer zur zerstörungsfreien Werkstoffuntersuchung und für Container für radioaktive Stoffe verwaltet. Ein System zur problemorientierten Risikoüberwachung wurde eingerichtet und es werden Anstrengungen unternommen, die Kapazitäten für eine unabhängige Überwachung, Berechnung und probabilistische Sicherheits- und Risikoanalysen zu erweitern.

Überwachung der gesamten Prozesse und Vollstreckung der Gesetze

Die Regierung überwacht mit aller Strenge alle kerntechnischen Einrichtungen ob sie die Gesetze zur Sicherheit, die Vorschriften, Normen und Lizenzen einhalten. Bedeutende Einrichtungen und Aktivitäten werden durch die Regierung permanent vor Ort überwacht und die Unternehmen aufgefordert Fehlverhalten zu korrigieren und Gesetzesbrecher bestraft. Sie hat spezielle Programme in die Wege geleitet, um bedeutende Fälle von Qualitätsproblemen zu behandeln und entschlossene Maßnahmen gegen Verfälschungen und Verletzungen von Vorschriften zu ergreifen. Es wurde eine nationale Platform für Kernkraftwerke und Forschungsreaktoren eingerichtet, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen, die den sicheren Betrieb kerntechnischer Einrichtungen gewährleisten.

Überwachung der Umwelt auf Strahlung – rund um die Uhr

China hat ein dreigliedriges System zur Überwachung der Strahlenbelastung auf staatlicher, regionaler und städtischer Ebene eingerichtet. Es wurden drei Netzwerke geschaffen: Nationale Beobachtung der Strahlung in der Umwelt, Überwachung der Strahlung in unmittelbarer Nähe kerntechnischer Anlagen und Beobachtung der Strahlung bei Störfällen. Damit kann die Radioaktivität in der Umwelt ständig, ohne Unterbrechung, im gesamten Land überwacht werden. Im Juni 2019 bestand das staatliche Überwachungssystem aus 1501 Meßstationen: 167 Meßstellen für die Überwachung der Radioaktivität in der Atmosphäre, 328 in der Fläche, 362 Bodenstationen, 477 in Gewässern im Inland, 48 Stationen im Meer, 85 Meßstellen für elektromagnetische Strahlung und 34 Stationen für Meereslebewesen. Zusätzlich gibt es 46 Stationen zur Überwachung der radioaktiven Umweltbelastung und der Belastung von Nahrungsmitteln in der Nähe von kerntechnischen Einrichtungen besonderer Bedeutung.

Verbesserte nukleare Gefahrenabwehr

China hat das National Nuclear Accident Emergency Coordination Committee, und ein dreigliedriges System für Katastrophenfälle auf Landes-, Regionalebene und bei den Betreibern der kerntechnischen Anlagen eingerichtet, das bei nuklearen und Strahlenunglücke tätig wird. Landesweit wurde eine Einsatzleitung und Einsatzverfahren für Strahlungsunfälle und Überwachung eingerichtet. In allen Provinzen und den entsprechenden Verwaltungseinheiten sind Katastrophenübungen abgehalten worden, um die schnelle Reaktion und die richtigen Maßnahmen auf unterschiedliche Strahlenereignisse zu üben. China verfügt über ein dreihundertköpfiges Rettungsteam, 25 Einsatzzüge, acht technische Unterstützungszentren, drei „schnelle Eingreiftruppen“ für Unfälle in Kernkraftwerken und 17 auf Strahlenkrankheiten spezialisierte medizinische Zentren. Regelmäßige Übungen werden durchgeführt, mit dem Ziel die Alarm- und Einsatzbereitschaft zu fördern.

Tatkräftige Fachleute

Um die Anforderungen für die Entwicklung eines kerntechnischen Sektors und die Sicherheitsvorschriften zu erfüllen, hat China größten Wert auf die Stärkung professioneller Teams gelegt. Es wurde eine „Eiserne Armee“ mit stark gefestigter politischer Überzeugung, fachlicher Kompetenz, einwandfreiem Verhalten und ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein aufgebaut. Sie arbeiten unter Druck, halten durch und widmen sich der nuklearen Sicherheit. Es wurde eine Arbeitsgruppe zur nuklearen Sicherheit und Strahlenschutz gebildet, bestehend aus 100 Personen im Hauptquartier, 1000 Personen in der Zentralebene und ungefähr 10.000 Personen landesweit. Um eine Gruppe führender Persönlichkeiten für die nukleare Sicherheit zu bilden, hat der Staat eine nationale Expertenkommission aus 25 Akademikern aus der chinesischen Akademie der Wissenschaften sowie der Ingenieurwissenschaften und über 100 ausgewiesenen Fachleuten für die nukleare Sicherheit einberufen. Um die Teams aus Fachleuten zu entwickeln, hat China ein professionelles Ausbildungsmanagement für die Fachleute der nuklearen Sicherheit und die Bediener in den kerntechnischen Anlagen durchgesetzt: Die Schweißer nuklearer Bauteile, zerstörungsfreier Werkstoffuntersuchungen und anderer Spezialisten und verlangt für die Kerntechnik zugelassene Sicherheitsingenieure bei entsprechenden Einsätzen. China hat ein Ausbildungs- und Weiterbildungssystem unter Einbeziehung höherer Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Unternehmen eingerichtet. Es sollen die Kanäle für professionelles Training ausgeweitet werden, die Heranbildung von Spezialisten für nukleare Sicherheitstechnik ausgebaut und ihre technische Kompetenz und Aufmerksamkeit für Sicherheitsfragen gestärkt werden. Im Juni 2019 haben 72 Universitäten Kerntechnik als Fachrichtung angeboten, 47 davon betreiben separate „Schulen für nukleare Wissenschaften“, die damit jährlich über 3000 Studienplätze für Studienanfänger bereitstellen. Ein Tortendiagramm zeigt, daß es 3005 „Reaktorfahrer“, 9464 Schweißer für nukleare Bauteile, 6243 Prüfer für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung und 4544 geprüfte Sicherheitsingenieure gibt.

Steigende R&D für nukleare Sicherheitstechnik

China hat die R&D (Forschung und Entwicklung) für nukleare Sicherheit in die nationalen Pläne für Wissenschaft und technologische Programme mit dem Schwerpunkt auf die strategische Bedeutung von Basisanwendungen und das Allgemeinwohl aufgenommen. China hat das National Research and Development Center for Nuclear and Radiation Safety Regulation eingerichtet. Es leitet die Forschungen zu Schlüsseltechnologien für die Überwachung der Strahlung in der Umwelt und deren technische Überprüfung und begutachtet und berichtet über neue Technologien. Der Staat ermutigt die kerntechnische Industrie fortschrittliche und zuverlässige Sicherheitstechnik zu entwickeln und anzuwenden. Es wurden bedeutende Ergebnisse in der Forschung, bei Demonstrationsanlagen, fortschrittlichen Reaktoren und Hilfseinrichtungen erreicht. Eine Eigenentwicklung eines Prozessleitsystems (DCS) wurde beim Hualong-1 Demonstrationsreaktor eingesetzt. Es wurden einige wichtige Durchbrüche beim Druckwasserreaktor CAP-1400 erzielt. Demonstrationsanlagen, wie der gasgekühlte Hochtemperaturreaktor und der natriumgekühlte schnelle Reaktor machen Fortschritte. Die Forschung und Entwicklung von „Kleinreaktoren“ für verschiedene Anwendungen verläuft reibungslos. China verwendet vermehrt im eigenen Land hergestellte Ausrüstungen und arbeitet hart daran, die Produktionskapazitäten zu steigern. Es hat beständig Fortschritte bei der unabhängigen Herstellung von Schlüsselkomponenten für Kernkraftwerke der GW-Klasse gemacht. Es wurden entscheidende Erfolge bei der unabhängigen Forschung und Entwicklung, sowie Herstellung von Druckbehältern, Turbosätzen, Hauptkühlmittelleitungen, fortschrittlichen Kernbrennstoffen, schweißbaren Werkstoffen in Nuklearqualität und anderer sicherheitsrelevanter Ausrüstungen und Materialien erzielt.

Vollständige Umsetzung der Fortschritte in der nuklearen Sicherheit

Im Zuge der Ereignisse in Fukushima hat die chinesische Regierung eine neun Monate umfassende Sicherheitsüberprüfung aller in Betrieb und Bau befindlichen Kernkraftwerke, Forschungsreaktoren und sonstigen kerntechnischer Anlagen durchgeführt. Das Ergebnis war eine minimale Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Unglückes, da die Standorte unter umfassender Berücksichtigung schwerer Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hochwasser und Tsunami ausgesucht worden waren. Die chinesische Regierung hat die Lehren aus den Ereignissen in Japan gezogen und die Sicherheit der Nuklearanlagen weiter durch kurzfristige, mittelfristige und langfristige Verbesserungspläne zur Verstärkung der Anlagen gegen die Einwirkung äußerer Ereignisse und zur Vermeidung und Milderung ernsthafter Unglücke verbessert.

IV. Bewahren der hochgradigen Sicherheit

China hat für lange Zeit einen hohen Sicherheitsstandard aufrechterhalten. Bezüglich der Sicherheitsindikatoren für Kernenergie steht es international auf den vordersten Rängen. Der Sicherheitsstandard verbessert sich beständig, die Kontrolle über nukleare Materialien ist streng und die öffentliche Gesundheit und die Sicherheit der Umwelt ist in vollem Umfang gesichert. Die International Atomic Energy Agency hat in den Jahren 2000, 2004, 2010 und 2016 Begutachtungen der nuklearen Sicherheit und des Strahlenschutzes durchgeführt, wobei die uneingeschränkte Anerkennung der bewährten Verfahren und der Erfahrungen festgestellt wurden.

Sichere und effiziente Entwicklung der Kernenergie

Es wird im Folgenden ausführlich beschrieben, daß alle international üblichen Standards und Vorgehensweisen zur nuklearen Sicherheit in China angewendet werden. Seit 1985, als das erste Kernkraftwerk in Qinshan gebaut wurde, hat China sichere und zuverlässige Reaktortechnik übernommen, aus der Erfahrung gelernt und die Lektionen schwerer Unfälle im Ausland zur Verbesserung der Sicherheit genutzt. Nach über 30 Jahren hat China unabhängige Konstruktionen, Fertigung und Betrieb erreicht und ist in eine neue Phase sicherer und effizienter Entwicklung eingetreten. China hat die Führung in Bau und Betrieb von Druckwasserreaktoren der GW-Klasse übernommen: AP1000 mit passiven Sicherheitssystemen und EPR als evolutionäre Weiterentwicklung. Die Eigenentwicklung Hualong-1 gilt als einer der sichersten Reaktoren der Welt. Er ist das Highlight von China’s “going global” Strategie. Im Juni 2019 hat China 47 Kernkraftwerke in Betrieb (dritter Platz in der Welt) und 11 in Bau (Weltspitze). Die Leistungskennzahlen der Reaktoren sind insgesamt gut. Im Juni 2019 verfügt die Industrie bereits über 300-Betriebsjahre ohne sicherheitsrelevante Ereignisse: Es gab keine Vorkommnisse über Level 2 der International Nuclear and Radiological Event Scale (INES). Die Vorkommnisse nach Level 0 und Level 1 haben ebenfalls abgenommen. In der Rangfolge der World Association of Nuclear Operators (WANO) lagen die chinesischen Kraftwerke zu 80% über dem Median und haben zu 70% weltweite Spitzenwerte erreicht. 2018 erreichten 12 Anlagen in China die volle Punktzahl der WANO-Skala.

Sicherer Betrieb anderer bedeutenden Nuklearanlagen

Auf Grund der eigenen Fähigkeiten und der Möglichkeit auf ausländische Erfahrungen zurückgreifen zu können, hat China Forschungsreaktoren konstruiert und entwickelt: Gasgekühlte Hochtemperaturreaktoren, schnelle Reaktoren, kleine Kernreaktoren, Salzschmelzen-Reaktoren und Anlagen zur Transmutation. Neunzehn zivile Forschungsreaktoren und kritische Anordnungen versehen zuverlässig ihren Dienst. Wir haben die Strategie des geschlossenen Brennstoffkreislaufs umgesetzt und schrittweise den Brennstoffkreislauf inklusive Bergbau, Metallurgie, Konversion, Anreicherung, Herstellung der Brennelemente, Wiederaufbereitung, Abfallbehandlung und Endlagerung aufgebaut. Die 18 zivilen Anlagen des Brennstoffkreislaufs und die zwei Endlager für schwach und mittelaktive Abfälle wurden sicher betrieben.

Klassifizierung und sichere Entsorgung nuklearer Abfälle

China richtet in dafür geeigneten Gebieten an der Oberfläche und in mittleren Tiefen Endlager für schwach und mittelaktive Abfälle ein. Hochaktive Abfälle sollen in einem zentralen geologischen Tiefenlager eingelagert werden. Um dauerhafte Sicherheit zu gewährleisten sollen die Abfälle gemäß den gesetzlichen Vorschriften minimiert und dekontaminiert werden. Alle Provinzen und Verwaltungseinheiten haben städtische Lager zur sicheren und zentralen Lagerung radioaktiver Stoffe eingerichtet. Wir werden weiterhin die sichere Behandlung und Lagerung aller Arten von nuklearen Abfällen fördern.

Deutlich verbesserte Sicherheit beim Umgang mit nuklearer Technik

China verfolgt eine dynamische Bewirtschaftung radioaktiver Quellen „von der Geburt bis zum Grab“ und stellt alle Bezugsquellen unter staatliche Aufsicht. Es gibt eine nationale Datenbank, die alle Quellen erfaßt und verfolgt. Im Juni 2019 waren in China 142.607 radioaktive Quellen und 181.293 Strahlung aussendende Geräte in Gebrauch und es waren 73.070 Einheiten in der Fertigung im Einsatz. Alle Quellen und Geräte stehen vollständig unter Überwachung und befinden sich in gesicherten Lagern. Die Rate der jährlichen Unfälle hat sich beständig von 6,2 pro 10.000 in 1990 auf weniger als einen Fall pro 10.000 Quellen heute verringert.

Erhöhung der Sicherheit

Die Sicherung aller nuklearen Anlagen bewegt sich auf höchstem internationalen Niveau. Die Bemühungen zur Weiterverbreitung und Terrorismus werden verstärkt verbessert. Es wurden Milliarden Yuan in die Verbesserung bestehender Anlagen investiert. Bis zum heutigen Tag gibt es keinen Diebstahl, Verlust oder illegalen Gebrauch nuklearer Materialien.

Geringe Strahlungsbelastung der Umwelt

Die Überwachung der Radioaktivität in China zeigt, daß sich die Aktivität im Bereich der Hintergrundstrahlung bewegt. Die Konzentration an künstlichen Radionukliden ist normal. Die Radioaktivität in der Umgebung kerntechnischer Anlagen bewegt sich in den Werten vor deren Bau und die individuelle Dosis liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Die Gesundheit der Bevölkerung und die Sicherheit der Umwelt sind vollumfänglich garantiert.

V. Erwerb und gemeinsame Nutzung der nuklearen Sicherheit

Der menschliche Einfluß ist der bedeutendste Faktor um nukleare Sicherheit zu gewährleisten. China hat sich zur Stärkung der nuklearen Sicherheitskultur verpflichtet. Es hat einen Kommunikationsmechanismus für die nukleare Sicherheit eingerichtet, der die Oberaufsicht durch die Zentralregierung mit der Lenkung der lokalen Verwaltungen und der Umsetzung durch die Unternehmen, unter Mitwirkung der Öffentlichkeit, kombiniert. Dies hat eine positive Stimmung erzeugt, in der jeder Verantwortung trägt, sich jeder beteiligt und die gesamte Industrie und Gesellschaft zusammenarbeitet um die nukleare Sicherheit zu gewährleisten.

Führung durch die Regierung

Die Regierungsstellen übernehmen die umfassende politische Führung und Überwachung und befördern das Bewußtsein für die überragende Bedeutung der nuklearen Sicherheit, ein Verantwortungsbewusstsein, eine strenge und akribisches Regulierung und ein Geist der Zusammenarbeit für weiteren Fortschritt. Es folgt eine detaillierte Beschreibung der notwendigen Einzelmaßnahmen.

Positiver Beitrag durch die Industrie

Einige ausgezeichnete Sicherheitskonzepte wurden geschaffen: „Vorschriften müssen eindeutig sein, Verantwortlichkeiten müssen klar sein, Nachweise müssen aufgeführt werden und Dokumentationen müssen verfügbar sein um sich darauf beziehen zu können.“ und „Behandle die nuklearen Fragestellungen vorrangig, halte die Zusammenarbeit in Ehren und betrachte Frieden und Harmonie als die Fundamente.“ Wir veröffentlichen wichtige Informationen in Übereinstimmung mit den Gesetzen. Als Antwort auf Bedenken der Öffentlichkeit zur Kerntechnik und Sicherheit werden jährliche Sicherheitsberichte erstellt.

Weitreichende öffentliche Teilhabe

Wir organisieren und führen zahlreiche Veranstaltungen durch um die Kerntechnik populär zu machen. Durch Diskussionen und über diverse Kanäle wurde das Verständnis für nukleare Sicherheit in der Gesellschaft ausgebaut. Es werden die umfangreichen Maßnahmen beschrieben.

VI. Aufbau einer gemeinsamen Zukunft der nuklearen Sicherheit

Alle Länder streben gemeinsam nach der friedlichen Entwicklung und Anwendung der Kernenergie und gewährleisten in gemeinsamer Verantwortung die nukleare Sicherheit. China befürwortet die Entwicklung eines internationalen nuklearen Sicherheitssystems, welches sich durch Fairness, Zusammenarbeit und gegenseitigem Nutzen auszeichnet. Es unterstützt die weltweiten Bemühungen zur Kontrolle der nuklearen Sicherheit durch faire und pragmatische Zusammenarbeit. Es arbeitet mit dem Rest der Welt zusammen um eine Gesellschaft mit gemeinsamer Zukunft der nuklearen Sicherheit aufzubauen und befördert den Aufbau einer humanen Gesellschaft mit gemeinsamer Zukunft.

Gewissenhafte Einhaltung internationaler Verpflichtungen und politischer Verbindlichkeiten

Es folgt eine ausführliche Auflistung aller von China abgeschlossenen internationalen Abkommen.

Fortentwicklung der multilateralen Zusammenarbeit um die nukleare Sicherheit zu verstärken

Es wird auf die enge Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung der International Atomic Energy Agency (IAEA) verwiesen.

Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und des Austausches zur nuklearen Sicherheit

China bemisst dem Meinungsaustausch und der Zusammenarbeit zwischen Nationen große Bedeutung bei. Es pflegt enge Kontakte zu Frankreich, den Vereinigten Staaten, Rußland, Japan, Südkorea und anderen Ländern, sowie mit den aufstrebenden Ländern entlang der Seidenstraße. Es hat über 50 Abkommen zur Zusammenarbeit auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit abgeschlossen. Es geht um umfangreiche Zusammenarbeit durch den Austausch auf höchster Ebene, Kommunikation zwischen Experten, Begutachtung, Konsultationen und gemeinsame Forschung. China und die USA haben einen jährlichen Dialog zur nuklearen Sicherheit eingerichtet, ein Kompetenzzentrum für nukleare Sicherheit und das Ausbildungszentrum des chinesischen Zolls für die Fahndung nach radioaktiven Stoffen begründet. Chinesische und russische Zöllner haben gemeinsame Übungen gegen Schmuggel von radioaktiven Substanzen abgehalten. China, Japan und Südkorea vereinbaren Treffen der Genehmigungsbehörden um ihre Erfahrungen mit Genehmigungsvorschriften zu teilen. China hat den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Nuclear Energy Agency of the Organization for Economic Cooperation and Development, der Europäischen Union, WANO und anderer internationaler Organisationen vertieft. Es ist ein aktiver Teilnehmer bei der Ausarbeitung und Verabschiedung internationaler Normen. Es folgen weitere Aufzählungen internationaler Kooperationen.

Schlusswort

So, wie China in ein neues Zeitalter des Sozialismus eingetreten ist, hat Chinas kerntechnische Industrie einen Zustand sicherer und effizienter Entwicklung erreicht, hineinführend in eine neue Phase des Qualitätsfortschritts um nukleare Sicherheit zu garantieren. Geleitet von den Gedanken Xi Jinpings zum Sozialismus chinesischer Ausprägung für ein neues Zeitalter, wird China eine rationale, koordinierte und ausgewogene nukleare Sicherheitsstrategie aufrechterhalten und seine Mission zur Beibehaltung und Verbesserung der nuklearen Sicherheit erfüllen. usw. usw.

Kommentierung

Die kerntechnischen Industrien in China und Rußland sind nach wie vor wenig transparent. Das beginnt schon mit der geringen Kenntnis von Schrift und Sprache. Beide Systeme sind sozialistische Diktaturen in denen alles irgendwie geheim ist. Zu groß ist die Angst vor dem eigenen Volk. Es gibt keine freie Presse, Umweltgruppen der Zivilgesellschaft werden verfolgt und eingeschüchtert. Insofern muß man vorsichtig sein mit regierungsamtlichen Verlautbarungen. Auch die DDR hatte passable Umweltschutzvorschriften und Gesetze – die Realität war freilich eine andere. Wie die Geschichte gezeigt hat, kann aber gerade darin der Zündstoff für gesellschaftliche Veränderungen liegen.

Nichts gegen die Leistungen chinesischer Facharbeiter und Ingenieure. China hat nun zweimal in Rekordzeit neuartige Reaktortypen gebaut und in Dienst gestellt. Die Bauleitungen in Olkiluoto und Flamanville (EPR) oder bei Vogtle und Summers (AP1000) bestehen mit Sicherheit nicht nur aus Vollidioten. Insofern macht die verzögerungsfreie Fertigstellung von vier Reaktoren dieser Typen in China schon etwas nachdenklich. Vielleicht hat man dort manchmal fünf gerade sein lassen? Was gar nicht unbedingt schlecht sein muß. China wird sich jedenfalls bei Baustellen in westlichen Ländern umstellen müssen. Dies zeigt sich schon beim Genehmigungsverfahren für den Hualong Reaktor in Großbritannien. In GB sind die gesamten eingereichten Unterlagen für jedermann frei zugänglich. Prompt verzögert sich das Genehmigungsverfahren, weil man in GB nicht nur mit blumigen Formulierungen durchkommt. Es sind Fakten und Zahlen gefragt. Eine ähnliche Erfahrung macht Rußland derzeit in Finnland und der Türkei.

Was die Zusammenarbeit mit China anbetrifft, ist Vorsicht geboten. China ist eine Planwirtschaft mit merkantilistischer Ausprägung. Mit Freihandel ist da rein gar nichts. Für China ist Zusammenarbeit stets Einbahnstraße. Man versucht so viel Fachwissen zusammen zu klauen, wie irgend möglich. Wenn man den „Partner“ ausgesaugt hat, wendet man sich ab und kommt flugs mit einer „Eigenentwicklung“ auf den Markt. Der riesige Inlandmarkt – von dem auch hier so viele geträumt haben – bleibt fest verschlossen. Man kauft nur Rohstoffe zu und was man (noch nicht) selbst produzieren kann. Schauen wir mal, wie es mit der Kerntechnik in China weitergehen wird. Man hat nun einen riesigen Gemischtwarenladen an verschiedenen Reaktoren im Betrieb. Das hat zwar eine Menge Know-how gebracht, wird aber bei der Schulung und Ersatzteilbeschaffung noch zu Problemen führen. Man wird sich zukünftig auf ein oder zwei Eigenentwicklungen stützen, die man in Serie baut. Der Markt China für komplette Kernkraftwerke westlicher Hersteller dürfte bereits zu Ende sein, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. In Punkto Innovation ist ohnehin wenig aus China zu erwarten. Innovation und Sozialismus gehen einfach nicht zusammen.

Wirtschaftliche Bedeutung der Kerntechnik in Europa

Ganz offensichtlich haben nur die Wenigsten eine Vorstellung von den wirtschaftlichen Konsequenzen des „Atom-Ausstiegs“ in Deutschland. Wie sonst ist es zu erklären, daß die einsame Entscheidung der Grökaz Merkel – in der Folge der (willkommenen?) Ereignisse in Fukushima – so widerstandslos hingenommen worden ist. Es trifft sich gut, daß parallel zu dem „Krisentreffen Windenergie“ beim Wirtschaftsmister, FORATOM (European Atomic Forum) eine Studie zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Kernenergie in Europa veröffentlicht hat. Bei dem „Krisentreffen-Windenergie“ haben alle Schlangenölverkäufer ihr gemeinsames Wehklagen nach noch mehr Subventionen und Ausnahmen vom Menschen- und Umweltschutz (Mindestabstände zu Wohngebäuden, Abholzungen in Wäldern etc.) für ihre Windmühlen angeschlagen. Nun droht die Windbranche auch noch mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Dies ist um so schamloser, da sich keiner für die Arbeitsplatzverluste in den Kohle- und Kernkraftwerken zu interessieren scheint. Noch heute schwätzen unsere Ökosozialisten bei ihren regelmäßigen Auftritten im Staatsfernsehen von dem „notwendigen Strukturwandel weg von der Kohle, hin zu Regenerativen Energien“. Wie erfrischend anders sieht der Polnische Energieminister die Dinge: „Kernenergie ist eine Möglichkeit technologisch anspruchsvolle Projekte in die Tat umzusetzen, die dazu beitragen, einen Arbeitsmarkt mit gut bezahlten Arbeitsplätzen in der gesamten Wirtschaft einzurichten“. Der Mann hat ja so recht und es stimmt – wie einst auch in Deutschland – auch noch die Reihenfolge: Erst Kernkraftwerke bauen und dann die Zechen und Kohlekraftwerke abschalten. Viele der heute in der Kohlenindustrie arbeitenden, können dann wieder auf anspruchsvolle und gut bezahlte Arbeitsplätze umgeschult werden. Wie gesagt, schon heute beträgt das Verhältnis der Beschäftigten in der kerntechnischen Industrie in Europa (EU28) zu denen in der Windindustrie etwa Faktor 4,4 und zur Sonnenindustrie gar 13,75. Tendenz steigend, da die Arbeitsplätze bei den „Regenerativen“ durch die Fertigung in Niedriglohnländern bereits rapide sinken – doch dazu später.

Istzustand

Seit rund 60 Jahren gibt es eine umfangreiche kerntechnische Industrie in der EU. Sie deckt von der Uranmine über den gesamten Brennstoffkreislauf bis zu den Kernkraftwerken die volle Bandbreite ab. Wieviel dort umgesetzt wird, wieviele Arbeitsplätze vorhanden sind, wieviele Steuern bezahlt werden etc. zu ermitteln, ist eher eine Fleißarbeit. Neben dieser „Direct Dimension“ gilt es noch die „Indirect Dimension“ zu erfassen: Wenn man beispielsweise ein Kernkraftwerk baut, braucht man Kühlmittelpumpen (direkte Ausgaben). Der Hersteller braucht aber beispielsweise Werkzeugmaschinen (indirekte Ausgaben) für die Pumpenherstellung, die aus der einschlägigen (nicht kerntechnischen) Industrie bezogen werden müssen. Eine Volkswirtschaft entsteht… Um solche komplexen Beziehungen nachbilden zu können, gibt es verschiedene Ansätze. Deloitte hat ein Computable General Equilibrium (CGE) Model für diese Studie verwendet. Über die Genauigkeit kann hier nichts ausgesagt werden. Nur so viel: Die direkten Ausgaben im Istzustand sind nachvollziehbar, die „angeregten Ausgaben“ sind nur von Spezialisten zu beurteilen und Betrachtungen in der Zukunft sind ohnehin unsicher.

Für viele wahrscheinlich verblüffend, nimmt der Sektor Kerntechnik mit einem Anteil von 3,30% am Gross Domestic Product (GDP) der EU in 2019 den zweiten Platz hinter dem Sektor Bau mit 4,76% ein. Der Sektor Automobile folgt erst mit 1,45% auf dem dritten Platz. Selbst in diesem Jahr sind noch 136.000 Menschen in Deutschland in der Kerntechnik beschäftigt, sie macht einen Umsatz von 71,6 Milliarden € und entrichtet Steuern in der Höhe von 13,9 Milliarden €. Recht ordentlich – für einen schon fast erdrosselten Industriezweig. Wie es sein könnte, zeigt Frankreich mit 457.200 Beschäftigten, einem Umsatz von 175,2 Milliarden und 53,3 Milliarden Steuereinnahmen. Und wer immer noch nicht nachdenklich wird: In Europa beschäftigt die Kerntechnik 1,1 Millionen festangestellte Arbeitnehmer, die Windindustrie (noch) 250.000 und die Solarwirtschaft (noch) 80.000. Noch vernichtender wird das Urteil, wenn man die 507 Milliarden der Kerntechnik zu den 36,1 Milliarden € der Windindustrie am europäischen GDP in Beziehung setzt. Wer immer noch eine Antwort sucht, warum uns unsere Nachbarn nicht folgen wollen, findet sie vielleicht hierin.

Zukunft

Mit der Vorhersage der Zukunft ist es grundsätzlich schwierig. Entscheidend ist schon mal, ob der Zeitraum und der Betrachtungsgegenstand in angemessenem Verhältnis zueinander stehen: Beim Wetter z. B. sind ein paar Tage noch zu bewältigen, mehrere Monate schlicht unmöglich. Bei dieser Studie wurde der Zeitraum von 2020 bis 2050 in 5-Jahresschritten gewählt. Das erscheint angemessen, denn (reife) Volkswirtschaften sind recht träge und neue Kernkraftwerke wachsen auch nicht über Nacht. Man hat die drei Szenarien „niedrig“, „mittel“ und „hoch“ durchgerechnet. Bei der Variante „niedrig“ geht man davon aus, daß es keine Verlängerung der Laufzeiten für bestehende Kraftwerke gibt und keine neuen gebaut werden. Damit würde die in Europa installierte Leistung von derzeit 118 GWel auf nur noch 36 GWel zurückfallen. Die obere Schranke wird durch das Szenario „hoch“ gebildet. Bei ihm werden alle Neubauten und Laufzeitverlängerungen umgesetzt. Dadurch stiege die installierte Leistung in Europa auf 150 GWel an. Dies ist beileibe keine utopische Variante. Der Anteil der Kernenergie würde damit sogar von derzeit 25% auf etwa 24% sinken. An dieser Stelle muß man darauf hinweisen, daß bei solchen Prognosen bereits eine erhebliche Unsicherheit in der Voraussage des Stromverbrauchs im Betrachtungszeitraum liegt. Er soll von derzeit 3100 TWh auf 4100 TWh in 30 Jahren ansteigen. Ein europaweiter Anstieg um 30% erscheint nicht abwegig, da in den meisten der 28 Staaten noch ein erheblicher Nachholbedarf besteht. Da helfen auch keine Phantasien über „Effizienzsteigerung“ – von „Elektromobilität“ und „Dekarbonisierung“ gar nicht zu schwafeln.

Bevor man über die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen nachdenken kann, ist zu klären, ob die Variante „hoch“ überhaupt realisierbar scheint. Heute sind in Europa 126 Reaktoren (mit 118 GWel) in Betrieb, 5 im Bau (Olkiluoto (FIN), Flammanville (F) Mochovce (SK), Hinkleypoint (GB)) und 11 sollen bis 2050 definitiv stillgelegt werden. Um auf die angedachten 122 Reaktoren (mit dann 150 GWel) zu kommen, müssen also weitere hinzugebaut werden. Dies erscheint als kein großes (technisch/wirtschaftliches) Problem, da 99 Reaktoren bereits in Planung sind und verschiedene Typen erfolgreich ein Genehmigungsverfahren durchlaufen haben. Hat man den nötigen politischen Willen und einigt sich auf bereits erfolgreiche Reaktoren der dritten Generation (EPR, AP1000, ABWR, AP-1400, VVWR-1200 etc.) kann man „zahlreiche“ Neubauten in den kommenden 30 Jahren realisieren. Es sei nur an das Ausbauprogramm einst in Frankreich und heute in China erinnert. Einziger Engpass dürften die notwendigen Fachkräfte sein. Schon heute drohen beim Bau der Reaktoren in Hinkleypoint Verzögerungen, weil es an zugelassenen Schweißern in GB mangelt.

Bei der„hohen“ Variante sind 1.321.600 Vollzeitbeschäftigte in der EU tätig. Davon sind etwa 595.600 „hoch qualifizierte Beschäftigte“ mit entsprechend hohem Gehalt. Es ist eine Besonderheit der Kerntechnik, daß man für fast alle Tätigkeiten besondere Zusatzausbildungen, teilweise mit regelmäßigen Wiederholungsprüfungen, benötigt (z. B. Schweißer, Reaktorfahrer, Strahlenschutz etc.). Hierin liegt die schwerste Sünde der deutschen Politik: Durch den Ausstiegsbeschluß sind bereits viele Ausbildungsplätze – bei gleichzeitiger Überalterung der Beschäftigten – vernichtet worden. Es fehlen langsam sogar die Ausbilder. Schon in wenigen Jahren befinden wir uns auf dem kerntechnischen Niveau der Vereinigten Emirate oder Ägyptens. Wieviel Geld und Engagement ein Umsteuern noch deutlich vor der Klippe erfordert, kann man gerade in GB betrachten.

Vorbeugend

Bevor nun gleich wieder alle Schlangenölverkäufer ihre Kübel mit Desinformation ausschütten, hier gleich noch ein paar klärende Worte:

  1. Nein, man kann Kernkraftwerke und Windräder bzw. Sonnenkollektoren gar nicht miteinander vergleichen. Kernkraftwerke können zu jedem Zeitpunkt die von den Verbrauchern geforderte elektrische Leistung und Energie bereitstellen.
  2. Windräder und Sonnenkollektoren sind zu 100% vom Wetter abhängig. Kein Sonnenlicht und kein Wind, bedeutet auch keinen elektrischen Strom. Ja, irgendwo weht immer Wind – leider oft genug nicht gleichzeitig in ganz Europa. Ja, irgendwo scheint immer die Sonne – nur nicht nachts hier und in der Sahara. Wer das nicht glauben will, soll einfach mal einen Globus heranziehen.
  3. Nein, man kann die elektrische Energie für eine tagelange Dunkelflaute nicht speichern. Dies ist schon so oft vorgerechnet worden, daß ich mir das hier getrost erspare.
  4. Die Arbeitsausnutzung (wieviel elektrische Energie man produziert hat) beträgt bei Kernkraftwerken rund 90% der „Leistung auf dem Typenschild“ multipliziert mit der Kalender-Zeit. Bei Windrädern rund 20% und bei Photovoltaik in Deutschland gar nur rund 10%. Zukünftig also schön den „spezifischen Typenschildpreis“ (€/kW) bei Windrädern mit fünf multiplizieren und bei Photovoltaik mit dem Faktor zehn. Erst dann sind die Investitionskosten (halbwegs) vergleichbar. Alles andere ist vorsätzliche Täuschung.
  5. Das Vorgesagte gilt auch für alle „power to gas“ und sonst was Anlagen. Immer schön die Investitionskosten mit fünf bzw. zehn multiplizieren, denn diese Anlagen können immer nur Gas machen, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Egal wie groß sie sind, egal wie viele es sind. Und alle guten Wünsche eines Verfahrenstechnikers zum Betrieb solcher „chemischer Anlagen“ unter ständig wechselnder Last.
  6. Wenn man (hochwertige) elektrische Energie in (minderwertiges) Gas verwandelt um dieses zu speichern und bei Bedarf wieder zurück zu wandeln in elektrische Energie, hat man immer enorme Verluste. Schon die Thermodynamik zeigt einem, daß die (theoretischen) Verluste der gesamten Umwandlungskette (Achtung: Die Einzelwirkungsgrade sind miteinander zu multiplizieren) bereits bei rund 50% liegen. Bei technischen Anlagen unter ständig wechselnden Lasten sind die Verluste noch beträchtlich höher. Also für die „Speicherketten“ besser die Investitionskosten mit dem Faktor 10 bis 20 multiplizieren, wenn man sie mit Kernkraftwerken vergleichen will. Ein bischen Überschlagsrechnung kann nie schaden.
  7. Ja, es hat auch etwas gutes, wenn die bösen „Atomkraftwerke nicht mehr die Netze verstopfen“: Man spart das sonst gespaltene Uran ein. Nur sind die Brennstoffkosten (einschließlich Wiederaufbereitung und Endlagerung) eine ganz kleine Position beim „Atomstrom“.