Stromautobahn oder Schmalspurbahn?

Stück für Stück kommt nun auch die Wahrheit über den „Netzausbau“ ans Licht. Die ersten Bürgerproteste und Reaktionen der Lokalpolitiker gehen durch die Presse. Ein neues, aufregendes Kapitel der „Energiewende“ beginnt.

Versorgung oder Entsorgung?

Zuerst sollte man einmal den Sinn und Zweck dieser neuen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) hinterfragen: Dient sie der Versorgung von Süddeutschland mit elektrischer Energie oder vielmehr der Entsorgung norddeutscher Küsten vom Abfallstrom? Durchaus zwei völlig verschiedene Ansätze, die noch zahlreiche Juristen beschäftigen werden. Noch funktioniert die Stromversorgung in Bayern, nicht zuletzt wegen der hohen Eigenerzeugung der lokalen Kernkraftwerke (Isar2, Grafenrheinfeld, Gundremmingen mit zusammen 5.257 MWel.). Jedenfalls ist noch kein Blackout eingetreten. Diese Gefahr soll erst durch deren Abschaltung heraufbeschworen werden, damit die Anhänger der Planwirtschaft richtig zuschlagen können. Apropos Richtung: Selbst, wenn man gegen die vorhandenen Kernkraftwerke ist, könnte man diese durch konventionelle Kraftwerke oder Stromimporte aus dem benachbarten Ausland ersetzen. Will man partout keine eigenen Kraftwerke (Arbeitsplätze und Steuereinnahmen), könnte man sie leicht und schnell „hinter der Grenze“ bauen. Die Lage ist also alles andere als alternativlos – jedenfalls für Bayern.

Schauen wir uns deshalb etwas näher den Anfang dieser Stromtrasse an. Wenn dort der Wind mal richtig weht – das heißt nicht zu schwach und auch wieder nicht zu stark – versinkt Norddeutschland in elektrischer Energie. Selbstverständlich gehört es zur unternehmerischen Freiheit, ein Solarium in der Sahara zu errichten. Nur gehört zum Unternehmer auch das Risiko tragen zu müssen. Eine Tatsache, die bei deutschen Energieversorgern längst verdrängt worden ist. Wenn man nach der Fertigstellung feststellt, daß die Kunden nicht Schlange stehen, weil die Wüste zu gering bevölkert ist, kann man dafür nicht Menschen in einer Entfernung von über tausend Kilometern verantwortlich machen. Fairerweise muß man unseren Kombinatsleitern zubilligen, daß sie die Windmühlen nicht als leuchtende Köder für die zahlreicheren Fische einsetzen wollten. Jedenfalls haben sie sich die erforderliche Bauzeit für die Anschlüsse an die Küste von uns Stromkunden fürstlich vergüten lassen. An der Küste treffen nun diese Windmühlen auf zahlreiche „Windparks“, die dort unter tatkräftiger Förderung lokaler Politiker aus dem Boden gestampft wurden – alles wegen der „grünen Arbeitsplätze“ – denn sonst ist da nicht viel los! Wohin aber nun mit dem Abfallstrom, den man selbst gar nicht verbrauchen kann und den auch sonst keiner haben will, weil einfach viel zu teuer? Ab ins reiche Bayern als eine weitere Variante des Länderausgleich, könnte man meinen.

Kernenergie versus Wind

Die neue Stromtrasse soll bei den Kernkraftwerken enden. Es ist durchaus sinnvoll, die dort vorhandenen Stromleitungen weiter zu nutzen. In erster Linie geht es jedoch darum, den Eindruck zu erwecken, man ersetze den „Atomstrom“ durch „Erneuerbare Energien“. Physikalisch ist das natürlich unmöglich: Man kann konventionelle Kraftwerke nicht durch Windenergie ersetzen, da der Windstrom so zufällig wie das Wetter ist! Wirtschaftlich ist es unsinnig, da man (selbst bei Windparks in der Nordsee) mehr als die vierfache Leistung benötigt, um die gleiche Energie erzeugen zu können. Die bayrischen Kernkraftwerke haben eine Arbeitsverfügbarkeit von durchweg 90 %, während die Windenergie in Ost- und Nordsee auf gerade mal 20 % kommt. Wohlgemerkt, das sind die tatsächlich gemessenen Werte und nicht irgendwelche Phantasiewerte der Schlangenölverkäufer. Da es auch auf hoher See mehrtägige Flauten und Orkane gibt, kommt man nicht umhin, die Kernkraftwerke trotzdem durch fossile Kraftwerke zu ersetzen. An dieser Stelle wird es noch einmal deutlich: Die neuen Stromtrassen können nicht zu einer sicheren und unterbrechungsfreien Stromversorgung von Bayern dienen. Sie dienen lediglich zur Verteilung von Stromabfall aus Norddeutschland. Bisher gibt es nicht einmal „überzählige Kraftwerke“ in Norddeutschland, die die bayrischen Kernkraftwerke ersetzen könnten: Weht kein Wind an der Küste, brauchen die ihre Kohlekraftwerke selber, um die Großräume von Hamburg, Bremen und Berlin ausreichend mit Strom zu versorgen.

Ein Solitaire ist kein Stromnetz

Besonders aberwitzig ist, eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bauen zu wollen. Gleichstrom und Drehstrom sind physikalisch verschieden und lassen sich nicht einfach mischen! Man muß den erzeugten Drehstrom erst aufwendig in Gleichstrom umwandeln und später wieder zurück wandeln. Beides ist mit Verlusten behaftet und erfordert sehr kapitalintensive Anlagen. Wirtschaftlich lohnt sich das nur, bei sehr großen Entfernungen durch dünn besiedelte Regionen. Man kann nämlich nirgendwo unterwegs Strom abzweigen, um ihn in lokale Netze einzuspeisen. Der Gleichstrom müßte erst wieder in Wechselstrom gewandelt werden. Die Bezeichnung „Stromautobahn“ ist bewußt irreführend. Auf einer Autobahn kann man mit jedem Kraftfahrzeug mit dem man im sonstigen Straßennetz fahren kann, ebenfalls fahren. In Berlin sogar einmal im Jahr mit dem Fahrrad. Die Bezeichnung „Schmalspurtrasse“ wäre treffender. Genauso, wie man mit keinem Normalspurwaggon auf einer Schmalspur fahren kann und erst alles aufwendig (zweimal) umladen muß. Eine solche HGÜ-Trasse bleibt ewig ein Fremdkörper im vorhandenen (europaweiten) Stromnetz.

Wäre das Stromnetz in Deutschland in der Lage, auch ohne die Kernkraftwerke in Süddeutschland die Versorgungssicherheit aufrecht zu halten, bräuchte man keine zusätzlichen Stromleitungen. Andererseits bringt eine einzelne HGÜ-Trasse fast nichts für die Bayrische Versorgungssicherheit. Fällt nämlich diese einzelne Leitung (Eisregen, Sturm, Unfälle, Terrorismus etc.) aus, müßte das vorhandene Netz die Versorgung sicher übernehmen können. Ein Widerspruch in sich! Es ist die alt bekannte Salamitaktik, die hier angewendet werden soll. Erst mal eine Milliarde versprechen, aus denen dann ohnehin drei werden und dann das bereits vergrabene Geld als Begründung für weitere notwendige Kosten nehmen. Michel, wann lernst du endlich dazu!

Die Kosten

Die Kosten sind immens. Um die Regeln für Netzwerke (z. B. N-1) einhalten zu können, wird man noch mehrere HGÜ-Trassen durch Deutschland schlagen müssen. Das ist halt der Preis, den man für eine zentrale Versorgung zahlen muß. Schon unsere Großväter haben aus gutem Grund, viele Kraftwerke möglichst nah am Verbraucher gebaut. Wir können aber gerne die Fehler anderer Kontinente nachmachen.

Interessant wird sich die Finanzierung gestalten. Bei einer Stromtrasse für Windkraft, muß man von einer sehr geringen Auslastung (unter 20%) ausgehen. Dies treibt die Kosten pro transportierter kWh in Schwindel erregende Höhen. Hinzu kommt ein enormes wirtschaftliches Risiko. Bei der einseitigen Ausrichtung auf Windparks in der Nordsee, ist dies kaum zu kalkulieren. Wer kann garantieren, daß dieses tote Pferd von einer uns noch völlig unbekannten Regierung in 10 oder 20 Jahren noch geritten wird? Wer vermag heute voraus zu sagen, in welche Höhen der Strompreis in Deutschland durch die Laiendarsteller und Schlangenölverkäufer noch getrieben wird? Wo liegt die Schmerzgrenze, die zumindest von der Wirtschaft nicht mehr getragen werden kann? Was hätte das für Konsequenzen, da nicht einmal unsere Nachbarn gewillt sind, diesen Irrweg nach zu machen? Was es für eine Volkswirtschaft bedeutet, wenn Milliardenkredite bei Immobilien platzen, zeigen übrigens Spanien und Irland eindrucksvoll (dort war es ein durch die Politik erzeugter Bauboom bei Wohnungen).

Die tolle Idee einer Bürgerbeteiligung dürfte sich schon vor dem Start in Luft aufgelöst haben. Der Bürger hat dank Prokon gelernt, was es bedeutet, wenn das Risiko der Windkraft von Banken als zu hoch eingeschätzt wird. Es war – wie immer – ein sicheres Zeichen für ein totes Geschäftsmodell, aus dem nichts mehr herauszuholen ist.

Ein möglicher Ausweg

Man macht endlich Schluß mit dieser „Energiewende“, an deren Ende nicht nur die Zerstörung unserer Volkswirtschaft und Natur steht, sondern unserer gesamten Gesellschaft. Sind die Lehren aus der „DDR“ schon so schnell vergessen? Diesmal wird es kein Beitrittsgebiet geben. Diesmal, wird die Suppe bis zum letzten Tropfen selbst ausgelöffelt.

Wenn die Bayern ihre Kernkraftwerke nicht mehr mögen, sollten sie sich selbst um Ersatz kümmern. Wer Kernkraftwerke generell ablehnt, muß sich entsprechende Kohlekraftwerke als Ersatz bauen. Wer als Entscheidungsträger nicht durchsetzungsfähig ist, sollte neue Kraftwerke gleich hinter der Grenze bauen. In Polen und Tschechien sind (gut bezahlte) Arbeitsplätze noch heiß begehrt.

Der „Netzausbau“ ist nach den Sonnenkollektoren und den Windparks auf hoher See, die dritte Schnapsidee. Jetzt soll auch noch unser funktionierendes und robustes Stromnetz auf dem Altar der Planwirtschaft geopfert werden. Nach zweimal Sozialismus, sollten wir uns endlich mal eine „Irrtumskultur“ zulegen und diesmal rechtzeitig vor dem Zusammenbruch aufhören, unseren (Alb)Träumen nachzujagen.

Wende der „Energiewende“?

Die „Energiewende“ scheint unwiederbringlich ihren Zenit überschritten zu haben. Um so hektischer und peinlicher werden die Rettungsvorschläge. Immer heftiger wird der „Ausstieg aus dem Ausstieg“ dementiert.

Der dreidimensionale Schraubstock der Strompreise

Langsam dämmert es immer mehr Menschen in Deutschland, daß sie durch die ständig steigenden Strompreise mehrfach ausgequetscht werden:

  1. Jedes mal, wenn die Stromrechnung wieder etwas höher ausgefallen ist, geht ein Stück vom Kuchen des eigenen Einkommens verloren. Den Euro, den man an seinen Energieversorger bezahlt hat, kann man nicht noch einmal ausgeben. Nicht für Urlaub usw. – nein, auch nicht für die Anschaffung eines neuen Kühlschrankes mit Energie-Spar-Aufkleber! Mag das Stück vom Kuchen manchem auch klein erscheinen, so ist das sehr relativ: Bei Rentnern, Studenten, Arbeitslosen etc., ist der Kuchen des Familieneinkommens meist recht klein. Strompreise sind sozialpolitisch die Brotpreise von heute! Last euch das gesagt sein, liebe Genossinnen und Genossen von der SPD!
  2. Jedes Unternehmen benötigt elektrische Energie! Die Ausgaben für „Strom“ sind genau so Kosten, wie Material und Löhne und müssen damit über die Preise an die Kunden weiter gegeben werden. Hier zahlen wir zum zweiten Mal! Selbst „ökologisch wertvolle Betriebe“ sind davon nicht ausgenommen: So macht allein die „EEG-Abgabe“ bei den Berliner Verkehrsbetrieben 20 Millionen Euro pro Jahr – Kosten oder Nicht-Kosten – aus. Wie war das doch noch mal, liebe Grün-Alternativen? Sollten wir nicht mehr mit der Bahn fahren? Wegen „Klima“ und so?
  3. Kosten sind Kosten. Steigen die Energiekosten, müssen andere Ausgaben gesenkt werden. Das werdet ihr spätestens bei den nächsten Tarifverhandlungen noch lernen, liebe Gewerkschaftsfunktionäre. Vielleicht auch nicht mehr, weil eure Betriebe bereits dicht gemacht haben. Die Goldader, die jedes Unternehmen angeblich im Keller hat, von der ihr nur ein größeres Stück abschlagen müsst, war nur ein Märchen. Sonst hättet ihr das ja auch schon längst gemacht, gelle?

Um es noch einmal klar und deutlich in einem Satz zu sagen: Steigende Energiepreise bedeuten höhere Ausgaben bei steigenden Preisen und sinkenden Einkommen. Wer das Gegenteil behauptet, lügt! Mögen die Lügen auch in noch so wohlklingende Worte verpackt sein.

Der klassische Verlauf

Es ist immer der gleiche Ablauf, wenn sich Politiker anmaßen, die Gesellschaft zu verändern. Egal, ob über „Bauherrenmodelle“, „Filmfonds“, „Abschreibungsmodelle für Containerschiffe“ oder eben das „EEG“. Am Anfang steht eine Vision von einem angeblichen Mangel. Flugs nimmt die Politik einen Haufen fremdes Geld – besser gesagt unser aller Geld – in die Hand und verteilt dieses um. Am unbeliebtesten ist dabei der Einsatz von Haushaltsmitteln – schließlich hat man ja noch eine Menge anderer toller Ideen. Früher waren sog. „Sonderabschreibungen“ ein probates Mittel die Gier zu befriedigen. Leider wurde von den Investoren meist übersehen, daß der Staat nur Steuern stundet, nicht aber verschenkt. Das ökosozialistische Ei des Kolumbus war die Schaffung eines Schattenhaushaltes in der Form des „EEG“ durch „Rot/Grün“. Allen Modellen gemeinsam, ist die Gier und Unwissenheit potentieller Investoren.

Aus letzterem Grund ist der zeitliche Ablauf immer gleich: Sobald das Gesetz verabschiedet ist, schlagen die Profis aus den Banken etc. zu. Sie machen tatsächlich Gewinne. Nach einer gewissen Zeit jedoch, sind die besten Grundstücke usw. vergeben. Gleichzeitig steigen durch die erhöhte Nachfrage die Preise der Hersteller. Jetzt schlägt die Stunde des (halbseidenen) Vertriebs. Profis, wie Banken, steigen aus und verscherbeln ihre Investitionen mit Gewinn an die Kleinanleger. Jetzt werden die Laien skalpiert. Selbst diese Phase geht bei Wind, Sonne und Bioenergie langsam zu Ende. Der letzte Akt beginnt.

Unternehmen, die sich die Sache in ihrer Gier bedenkenlos schön gerechnet haben, gehen Pleite. Die Investoren verlieren nicht nur ihr Geld, sondern leiten eine Abwärtsspirale ein: Ihre Objekte kommen nun auf den Markt und erzielen nur noch reale Preise, die meist deutlich unter den Herstellungskosten liegen. Die Verwerter stehen bereit. Wie schnell die Preise bei Zwangsversteigerungen purzeln, kennt man z. B. von den „Bauherrenmodellen“ nach der Wende. Dies betrifft aber nicht nur diese gescheiterten Investoren. Plötzlich machen neue Preise die Runde. Über Nacht ist kein Investor mehr bereit, die überhöhten Preise zu bezahlen. Es entsteht schlagartig ein enormer Kostendruck auf der Herstellerseite. Der größte Teil der Hersteller wird in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden. Ganz so, wie die aufgeblähte Bauindustrie nach der Wende.

Interessant ist, wie die eigentlichen Täter, die Politiker reagieren. Sie schreien unverzüglich: Haltet den Dieb! Nicht etwa die „Energiewende“ ist schuld, sondern es müssen schärfere Kapitalmarktkontrollen zum Schutz der Anleger her. Man erblödet sich nicht, Jahrzehnte alte Finanzinstrumente (Genußscheine) in Verruf zu bringen. Ganz so, als würde sich ein Schnapsfabrikant hinstellen und die Flaschenhersteller dafür verantwortlich machen, daß sie an den bedauernswerten Alkoholikern schuld tragen.

Die Milderung des Anstiegs oder die Quadratur des Kreises

Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Entweder man gibt die Menge elektrischer Energie zu einem bestimmten Zeitpunkt vor und kann sich dann die erforderliche Anzahl Apparaturen und die dafür notwendigen finanziellen Mittel ausrechnen oder man gibt den Zahlungsstrom vor und kann sich ausrechnen, wieviel Strom man dafür erhält. Beides gleichzeitig geht nicht, weil beides streng voneinander abhängt. Soll keiner nachher wieder sagen, man hätte ja nichts davon gewusst oder eigentlich wäre eine „Energiewende“ ja ne tolle Sache gewesen.

Der neuerdings propagierte sanfte Ausbau, hat allerdings seine Logik. Es ist die Logik des Machterhalts. Würde man eingestehen, daß die „Energiewende“ Unsinn ist, würde man die „systemrelevante“ Frage nach der Allwissenheit der Politik stellen. Wenn man einmal zugibt, daß der Kaiser nackend ist, ist die Nomenklatura am Ende. Deshalb muß weiter gelten: Die Partei hat immer recht. Jedenfalls so lange, bis die Mehrheit des Volkes nicht mehr bereit ist, dieses Spiel mit zu spielen. Dann ist wieder einmal „Wendezeit“.

Mancher Politiker bekommt langsam Ohrensausen. Wer noch einen Rest von „Kontakt zum Volk“ hat, merkt den wachsenden Zorn über steigende Strompreise. Wenn jetzt auch noch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes hinzukommt, könnte die Sache eng werden.

Der Popanz von den bösen Kapitalisten, die ihren Anteil an der „Ökostromumlage“ nicht zahlen wollen, kann nur bei besonders einfältigen oder gläubigen Menschen verfangen. Menschen, die etwas aus der Geschichte gelernt haben, sehen die Gefahr der „Ulbrichtfalle“ aufziehen: Je mehr Unternehmen ihre Standorte ins Ausland verlagern, um so mehr lukrative Arbeitsplätze gehen verloren. Den Unternehmen werden wieder die Menschen in Richtung Freiheit und Wohlstand folgen. Wie soll der Ökosozialismus reagieren? Mauer und Schießbefehl im Internetzeitalter?

Wie panisch die Reaktion der Politiker wird, zeigt der Plan, auch auf die sog. Eigenstromerzeugung die „EEG-Umlage“ zu erheben. Bisher war doch die Kraft-Wärme-Kopplung ein Bestandteil der „Energiewende“. Unternehmen, die „energieeffizient“ waren, haben sich solche Anlagen gebaut. Oft genug, am Rande der Wirtschaftlichkeit. Jetzt sollen sie mit der „EEG-Umlage“ dafür bestraft werden. Natürlich mit einem etwas geringeren Satz. Hier wird wieder einmal unverhohlen gezeigt, daß es gar nicht um Umweltschutz geht, sondern nur darum, „die Belastbarkeit der Unternehmen zu testen“. Klassenkampf in Reinkultur. Die gleichen Funktionäre, die immer von dem notwendigen Investitionsschutz säuseln (wenn es um die Photovoltaik auf dem Dach der eigenen Klientel geht), gehen mit Eigentumsrechten bei Kraftwerken locker um – egal ob es sich um Kernkraftwerke oder fossile Anlagen handelt. Langsam, aber sicher, entwickelt sich Deutschland in der Eigentumsfrage immer mehr zur Bananenrepublik. Das Kapital ist aber bekanntermaßen scheu und ängstlich. Deshalb verfällt man immer mehr auf eine „Bürgerbeteiligung“. Zu was es führt, wenn sich Banken wegen des unvertretbar hohen Risikos zurückziehen (müssen), sieht man gerade am Fall Prokon.

Die Bedeutung von Leistung und Energie

Leistung (kW) ist leider nicht gleich Energie (kWh). Entscheidend bei der Berechnung der erzeugten Energie aus der Nennleistung einer Anlage (kW) ist die Zeitdauer (h), in der die Leistung des Typenschilds wirksam ist. In Deutschland beträgt diese Zeitspanne bei Photovoltaik deutlich unter 1000 Stunden pro Jahr und bei Windmühlen deutlich unter 3000 Stunden pro Jahr. Will man nun eine bestimmte Menge elektrischer Energie (z. B. 50 % oder gar 100 % des gesamten Stromverbrauches in einem bestimmten Jahr) erzeugen, muß man diesen Wert (kWh/a) durch die „Vollbenutzungsstunden“ (h/a) des entsprechenden Verfahrens teilen. Man erhält die Leistung (kW), die mindestens installiert werden muß. Da z. B. die Sonne nur recht selten scheint (nachts ist es dunkel, an vielen Tagen trübe) erhält man sehr große (rechnerische) Leistungen die installiert werden müssen. Dieser Zusammenhang ist trivial, aber ausschlaggebend für das zwingende Scheitern einer Energieversorgung ausschließlich durch „Erneuerbare Energien“. Die Sache hat nämlich zwei Harken:

  1. Wenn die Natur keine, dem momentanen Bedarf entsprechende Erzeugung (Nacht, Flaute etc.) zuläßt, muß die elektrische Leistung über konventionelle Kraftwerke bereitgestellt werden. Hierzu zählen auch alle großtechnischen Speichersysteme, da dort die Rückwandlung immer über konventionelle Verfahren führen muß (Wasserkraft, Turbinen etc.).
  2. Wenn der Wind mal richtig weht oder ein strahlend blauer Himmel vorhanden ist, ist die erzeugte Leistung sehr schnell und sehr oft größer als die gerade im Netz verbrauchte Leistung. Physikalisch gibt es nur drei Möglichkeiten, dem entgegen zu treten: Man schaltet (teilweise) Windmühlen oder Sonnenkollektoren ab, entsorgt den Überschuß in benachbarte Netze oder erhöht künstlich den Verbrauch (Speicher). Es lohnt sich, diese drei Möglichkeiten etwas näher zu hinterfragen.

Immer, wenn man gezwungen ist, Anlagen wegen Überproduktion abzuschalten, wird das für den Stromkunden sehr teuer. Die entsprechende Anlage produziert noch weniger Strom und muß diesen deshalb noch teurer verkaufen um ihre Investitions- und Betriebskosten abdecken zu können. Deshalb hat die Politik den Abnahmezwang eingeführt. Die Kosten werden bewußt auf die Verbraucher abgewälzt, um die Produzenten zu schonen. Man könnte auch sagen, weil sich die „Vollbenutzungsstunden“ (h/a) verringern, muß man zusätzliche „Schattenanlagen“ errichten, um die angestrebte Energieausbeute zu erreichen. Physikalisch betrachtet funktioniert das nicht einmal, da man zu jedem Zeitpunkt Produktion und Verbrauch im Gleichgewicht halten muß! Aus diesem Grund hat sich die Politik für den zweiten Weg entschieden. Wenn man etwas nicht gebrauchen kann, nennt man es Abfall. Um Abfall zu entsorgen, muß man immer eine Gebühr entrichten. Dies geschieht an der Strombörse: Die gewaltsame Abnahme geschieht über den Preis. Der Strompreis für den „Alternativstrom“ wird stets so niedrig angesetzt, daß er gerade noch einen Käufer findet. Ist die Energie für niemanden mehr etwas wert, muß die Entsorgung sogar bezahlt werden (negative Strompreise an der Börse). Ganz genau so, wie bei der Müllverbrennungsanlage, wo man für die Dienstleistung der Abfallbeseitigung auch eine Gebühr entrichten muß. Der dritte Weg ist uns dadurch bisher erspart geblieben: Man baut zusätzliche Stromverbraucher (z. B. zur Erzeugung von synthetischem Erdgas) und produziert damit sehr teuer ein Produkt, welches ohnehin im Überfluß vorhanden und billig zu kaufen ist. Jedenfalls erheblich billiger, als elektrische Energie! Dieses System verkauft man als „Speichertechnologie“, weil man anschließend dieses Erdgas wiederum unter erheblichen Verlusten in Gaskraftwerken verfeuert, die man dringend für die Zeiten der Flaute und Dunkelheit benötigt. Hat es je in der Menschheitsgeschichte eine einfältigere Idee gegeben? Wenn das jemanden an etwas erinnert; richtig, an die Fleischversorgung durch Kleintierhaltung mittels der Verfütterung von subventioniertem Brot im (realexistierenden) Sozialismus.

Wenn man etwas unter den Gestehungskosten verkauft, nennt man das gemeinhin Dumping. Genau das, geschieht täglich an der Strombörse. Es ist nur eine Frage der Zeit, wie lange sich das unsere europäischen Nachbarn noch gefallen lassen. Mit jeder Windmühle und jedem Sonnenkollektor, die zusätzlich in Betrieb gehen, wird dieses Dumping größer. Die Differenz zwischen Erzeugungskosten und erzielbarem Preis nennt man „EEG-Umlage“. Die ungekrönte Königin der Schlangenölverkäufer Frau Professor Claudia Kemfert sieht das natürlich ganz anders. In einem Interview vom 27.1.14 in der Zeitschrift Cicero antwortet sie auf die Frage nach einer Umstellung der Ökostrom-Umlage in ihrem Sinne:

„Die EEG-Umlage hat sich bewährt. Schon jetzt sinken die Erzeugungskosten für erneuerbare Energien. Trotzdem sollte man die Ausnahmen für energieintensive Industrien endlich auf ein vernünftiges Maß vermindern – allerdings nur für Unternehmen, die wirklich energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. Im Gegenzug sollte man die Umlage an Gegenmaßnahmen koppeln, wie die Verbesserung der Energieeffizienz. Außerdem muss der Börsenpreis stabilisiert werden: Würde nämlich der niedrigere Börsenpreis für die Erneuerbaren an die Verbraucher weitergegeben, könnte der Strompreis schon heute stabil bleiben, wenn nicht sogar sinken. Dazu könnte man überschüssige Stromkapazitäten aus dem Markt nehmen und den CO2-Preis deutlich erhöhen.“

Selten dürfte es einem Professor gelungen sein, soviel Unsinn in nur einem Absatz von sich zu geben. Selbst wenn die Erzeugungskosten (Ausgaben für Kredite, Personal, Wartung, Betriebsmittel etc.) sinken – was sich erst noch zeigen muß – hat das keinen Einfluß auf den Preis. Ein Preis bildet sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Immer, wenn mehr angeboten wird als gebraucht wird, sinkt im Handel der Preis. Wenn man sein verderbliches Gemüse überhaupt nicht an den Mann bringen kann, muß man für die Beseitigung auch noch Entsorgungskosten bezahlen – an der Strombörse „negative Preise“ genannt. Die Differenz zwischen den Gestehungskosten und dem (erzielbaren) Preis am Markt, nennt man Verlust. Die Verluste müssen aber irgendwie abgedeckt werden, da sonst die Windmüller und Sonnensammler in wenigen Wochen pleite wären. Damit genau das nicht passiert, wurde die „EEG-Umlage“ geschaffen: Sie legt diese Verluste auf die Verbraucher um. Die Strombörse ist ein hervorragender Anzeiger für das jeweilige Verhältnis von Stromproduktion zu Stromnachfrage – ausgedrückt in der Einheit Euro pro MWh. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Je weiter der Börsenpreis unter den Erzeugungskosten liegt, um so größer ist das Überangebot zu diesem Zeitpunkt. Es gibt überhaupt nichts weiter zu geben. Das System ist ja gerade für gleiche Strompreise geschaffen worden: Die tatsächlich erzielten Börsenpreise werden durch die „EEG-Umlage“ auf den Cent genau zu den staatlich garantierten Kosten ergänzt. Bisher mußten nur die konventionellen Kraftwerke ihre Verluste selbst tragen. Sie stellen deshalb (einer, nach dem anderen) einen Antrag auf Stilllegung. Die zuständige Behörde stellt dann ihre „Systemrelevanz“ fest (irgendeiner muß ja auch Strom bei Dunkelheit und Flaute liefern) und sie bekommen ihre Verluste ebenfalls durch eine (neue) Umlage für die Stromverbraucher ersetzt. Frau Kemfert wäre aber nicht Frau Kemfert, wenn sie nicht ein Interview mit etwas Klassenkampf aufpeppen würde und für „vernünftige“ Belastungen der Industrie plädieren würde. Ein richtig rausgehängter Klassenstandpunkt konnte in Deutschland schon immer mangelnde Fachkenntnisse kompensieren. Ist die Deutsche Bahn mit ihren ICE nun „wirklich energieintensiv“? Dafür steht sie aber nicht so „im internationalen Wettbewerb“, wie die Friseurmeisterin in Berlin (70 km von der polnischen Grenze, mit regem Busverkehr zum Polenmarkt mit billigen Zigaretten, billigerem Sprit und allerlei sonstigen Dienstleistungen). Dafür könnte die Bahn wieder durch die „Verbesserung der Energieeffizienz“ punkten, sie müßte einfach nur etwas langsamer fahren oder die Zugfolge ausdünnen. Im letzten Satz scheint sie doch noch die Kurve zu kriegen: „könnte man überschüssige Stromkapazitäten aus dem Markt nehmen“. Genau richtig, mit jeder Windmühle und jedem Sonnenkollektor die man verschrottet, senkt man sofort und unmittelbar den Strompreis für die Verbraucher!

Das Märchen von der immer billiger werdenden „Erneuerbaren Energie“

Der Slogan: „Die Sonne schickt keine Rechnung“ war nichts weiter, als ein Werbespruch für besonders schlichte Gemüter. Natürlich schickt die Sonne keine Rechnung. Genau so wenig, wie ein Kohlenflöz oder eine Ölquelle. Aber die Gerätschaften zum Einsammeln und Umformen kosten bei allen Energiearten Geld. Nicht der Wind, sondern die Windmühle verursacht die Kosten. Da aber, jede technische Anlage ständig repariert und einst auch erneuert werden muß, wird auch der Strom aus Wind und Sonne nie umsonst sein.

Weil von Anfang an die Herstellung elektrischer Energie aus Wind und Sonne sehr viel teurer war, hat man den Mythos irgendwelcher Lernkurven gepflegt. Selbstverständlich gibt es Lernkurven. Nur sind die – bei Windmühlen ganz offensichtlich – extrem flach. Windmühlen gibt es nämlich schon seit über 2000 Jahren. Ganz anders, als z. B. Computer.

Blieb noch die Möglichkeit, mit dem stets kleiner werdenden Abstand zu argumentieren, da ja die anderen Energieträger immer teurer würden. Warum sollten die aber immer teuerer werden, wenn es doch Lernkurven gibt? Logisch, weil die doch endlich sind. Ganz neben bei, ist die Lebensdauer unserer Sonne auch endlich. Eine solche Aussage ist also ohne die Angabe einer konkreten Lebensdauer völlig sinnlos. Flugs, ward die Theorie von peakcoal und später peakoil erschaffen. Man setzt einfach die bekannten Vorkommen als einzig und endlich an und kann damit ausrechnen, daß diese schon in „nächster Zeit“ erschöpft sind oder doch wenigstens deren Preise explodieren. Wäre vielleicht so gewesen, wenn es nicht den menschlichen Erfindergeist und den Kapitalismus geben würde. Wir haben heute die größten Vorkommen an Öl, Erdgas, Kohle, Uran usw. in der Menschheitsgeschichte, bei gleichzeitig größtem Verbrauch aller Zeiten. Die Primärenergiepreise (zumindest als Relativpreise) werden deshalb eher wieder sinken als steigen. Jedenfalls haben wir auf der Basis des heutigen Verbrauches und heutiger Relativpreise Vorräte für Jahrtausende.

Den Anhängern der Planwirtschaft blieb nichts anderes übrig, als ein neues „Marktversagen“ zu konstruieren: Die Klimakatastrophe durch die Freisetzung von CO2 war geboren. Gut und schön, man hätte unbestreitbar sehr viele fossile Energieträger, könnte die aber gar nicht nutzen, da man sonst das Klima kaputt machen würde. Es müßte daher – möglichst sofort – eine CO2.-freie Stromerzeugung her und da der Markt so etwas ja gar nicht regeln könne, muß der Staat lenkend eingreifen. Als wenn jemals die Planwirtschaft etwas anderes als Armut und Elend erzeugt hätte!

Es wird aber trotzdem für die Schlangenölverkäufer der Wind- und Sonnenindustrie immer schwieriger, den Leuten das Märchen von den billiger werdenden „Erneuerbaren“ zu verkaufen. Immer mehr Menschen erinnern sich daran, daß es nachts dunkel ist und manchmal tagelang der Wind kaum weht. Es muß also ein komplettes Backupsystem für diese Zeiten her. Egal ob mit Kohle, Erdgas, Kernenergie oder „Biomasse“ betrieben oder als Speicher bezeichnet. Zwei Systeme sind aber immer teurer, als nur ein System. Immer mehr (denkende) Menschen stellen sich daher die Frage, warum man krampfhaft versucht, unserem funktionierenden und (ehemals) kostengünstigen Stromversorgungssystem ein zweites – zu dem mit äußerst zweifelhafter Umweltbilanz – über zu stülpen.

Was hat das alles mit Kernenergie zu tun?

Erinnern wir uns an die Zeit unmittelbar nach dem Unglück in Fukushima. Die Kanzlerin wollte einen neuen Koalitionspartner. Nun, den hat sie inzwischen gefunden. Die FDP wollte die Grünen noch links überholen und warf all ihre Wahlversprechen über Bord. Nun, der Wähler hat das demokratisch gewürdigt und sie aus dem Bundestag gewählt. Alle deutschen „Qualitätsmedien“ haben gierig die Fieberträume der „Atomkraftgegner“ von „Millionen Toten und zehntausende Jahre unbewohnbar“ nachgeplappert. Nun, es hat immer noch keinen einzigen Toten durch die Strahlung gegeben. Die Aufräumarbeiten schreiten zielstrebig voran und die „Vertriebenen“ kehren langsam in ihre alte Wohngegend zurück. Kurz gesagt, das Unglück hat viel von seinem Schrecken verloren, den es für manche tatsächlich gehabt haben mag.

Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das aus der Kernenergie aussteigen will. Inzwischen sind zahlreiche Neubauten beschlossen. Wohlgemerkt nach Fukushima, hat Großbritannien den Neubau einer ganzen Flotte Kernkraftwerke beschlossen. Selbst Schweden – das Ausstiegsvorbild schlechthin – hat vor wenigen Wochen ein über zehn Jahre angelegtes Verfahren zur Bürgerbeteiligung zum Neubau neuer Kernkraftwerke eingeleitet. Nach Deutschland geh voran, wir folgen dir, sieht das alles gar nicht aus.

Wie ist nun die aktuelle Situation in Deutschland? Abgeschaltet wurden die älteren und kleineren Kernkraftwerke. Die Frage der Entschädigung für diese Enteignungen ist noch lange nicht durch. Die Streitsumme wird allgemein auf 15 Milliarden Euro geschätzt. Einmal Mütterrente, so zu sagen. Mögen sich deutsche Politiker auch auf ihre Kombinatsleiter und deren Stillhaltung verlassen: Vattenfall ist ein schwedischer Konzern und geht von Anfang an den Weg über die internationale Handelsgerichtsbarkeit. Die Konsequenzen einer internationalen Verurteilung wegen einer unrechtmäßigen, entschädigungslosen Enteignung, übersteigt offensichtlich das Vorstellungsvermögen deutscher Provinzpolitiker bei weitem.

Oder, man geht die Sache anders an. Erst in den nächsten Jahren wird der „Atomausstieg“ zu einem echten Problem, wenn nämlich die großen Blöcke in Süddeutschland vom Netz gehen sollen. Dann erst, werden die Strompreise richtig explodieren. Einerseits, weil die immer noch beträchtlichen Mengen „billigen Atomstroms“ aus der Mischkalkulation fallen und andererseits noch sehr kostspielige Maßnahmen für Netz und Regelung nötig sind. Gnade dem Unternehmen in Süddeutschland, dessen Lieferverträge in den nächsten Jahren erneuert werden müssen. Die immer wieder gern propagierten 5,6 bis 6,6 Cent pro kWh für Industriestrom sind nämlich nur die halbe Wahrheit. Hinzu kommt noch der Leistungspreis für die Bereitstellung. Grob gerechnet, ist der Anteil für Leistung und Energie jeweils die Hälfte der Stromrechnung. Die Eigenversorgung soll ja bald auch kein Ausweg mehr sein. Es wird jedenfalls spannend werden, einen SPD-Energieminister zwischen den Stühlen der Gewerkschaftsfunktionäre und dem linken Flügel seiner Partei schwitzen zu sehen.

 

 

Stasi 2.0 -Zähler

Die Katze ist endlich aus dem Sack

Wer immer noch glaubte, die „Energiewende“ sei mit „EEG-Abgabe“ und „Netz-Abgabe“ bezahlt, wird langsam eines Besseren belehrt. Die nächste Schnapsidee ist ein „Smart-Meter“. Eine Verniedlichung für die totale Überwachung und Gängelung. Selbstverständlich ist die Technik und deren Unterhalt von Michel selbst zu bezahlen. Die elektronische Fußfessel für Straftäter war gestern, es lebe das „Smart-Meter“ für jedermann. Die NSA ist gegen deutsche Öko-Sozialsten ein Schmusekätzchen – doch der Reihe nach.

Elektrizität ist nicht gleich Elektrizität

Es gibt kein Windrad, das bei Flaute elektrische Energie produziert und es gibt keinen Sonnenkollektor, der bei Dunkelheit Strom fließen läßt. So einfach ist das und so unumstößlich, wie zwei und zwei vier ist. Jedes Kind im Vorschulalter kann das nachvollziehen. Warum versuchen uns also täglich Politiker und Medien für dumm zu verkaufen? Es geht nicht um Umweltschutz oder Energieversorgung, sondern um Gesellschaftsveränderung. Kein Politiker und kein Kombinatsleiter glaubt an eine Stromversorgung ausschließlich durch „Erneuerbare Energien“. Schon allein dieses Neusprechwort läßt jeden halbwegs gebildete Menschen erschauern. So, als hätte es die Thermodynamik nie gegeben.

Was wir alle kennen, den „Strom aus der Steckdose“ ist ein völlig anderes Produkt, als das, was nach Lust und Laune der Natur aus Windrädern und Sonnenkollektoren kommt. Man könnte sogar sagen, es ist das genaue Gegenteil: Lassen wir es uns daher nicht länger gefallen, daß man uns Äpfel für Birnen verkaufen will. „Erneuerbare Energien“ haben so viel mit dem derzeitigen „Strom aus der Steckdose“ gemeinsam, wie Malzkaffee mit Bohnenkaffee. Es ist bloß ein neuer Ersatzstoff aus der Trickkiste sozialistischer Mangelwirtschaft.

Langsam dämmert es auch mancher Politikerin: Leistung ist nicht gleich Energie, da steckt irgendwo auch noch die Zeit drin! Man kann so viel Megawatt Photovoltaik auf die Dächer pflanzen und Windmühlen in die Landschaft pflanzen wie man will, aber es gelingt trotzdem nicht, auf konventionelle Kraftwerke zu verzichten. Eigentlich ist auch das, ganz einfach zu verstehen: Will man eine bestimmte Energiemenge erzeugen – z. B. den Jahresstromverbrauch von Deutschland – muß man diesen durch die installierte Leistung – z. B. alle installierten Windräder und Sonnenkollektoren – teilen. Man erhält die Zeitdauer, in der die Anlagen – ihrem Typenschild gemäß – laufen müssen. Da es aber zumindest nachts dunkel ist und auch der Wind nicht ständig mit voller Kraft weht, braucht man hierfür gigantische Leistungen. Wenn aber der Wind dummerweise weht und die Sonne strahlt, produzieren diese Anlagen notgedrungen mehr Strom, als das Netz verkraften kann: Man müßte die Anlagen teilweise abstellen. Wenn man sie aber abstellt, produzieren sie übers Jahr gerechnet, noch weniger Energie oder anders ausgedrückt, ihre Vollbenutzungsstunden werden noch geringer. Ein Rennen, wie das berühmt berüchtigte, zwischen Hase und Igel. Sagen wir es noch einmal ganz einfach und für jeden verständlich: Eine Vollversorgung durch „Erneuerbare“ ist physikalisch unmöglich!

Eigentlich wäre alles ganz einfach. Lasst uns zugeben, daß die „Energiewende“ eine Schnapsidee war und lasst uns ganz schnell aufhören mit dem Geld verbrennen. Aber leider haben wir ja keine Irrtumskultur in Deutschland. Wir gründen lieber einen Volkssturm oder faseln von einer Mauer, die noch hundert Jahre stehen würde, wenn sie bereits einstürzt. Hauptsache: Die Partei hat immer recht, die Partei kann sich nicht irren! Bis zum endgültigen Zusammenbruch, lassen wir uns gerne durch das Gesäusel von Wunderwaffen einlullen. Um die Wunderwaffe Speicher ist es zur Zeit etwas still geworden. Es lassen sich kaum noch Zeugen finden. Zu gering, sind die Fortschritte, die man vorzeigen könnte. Das Dilemma zwischen dem Abkassieren von Forschungsgeldern und dem nötigen schnellen Erfolg ist zu groß geworden. Auch für geübte Schlangenölverkäufer ist der Spagat zwischen dem „wir brauchen noch einige Jahre und natürlich viele Milliarden Subventionen“ und „Energiespeicherung ist überhaupt kein Problem“ zu groß geworden.

Das „smarte“ Netz

Für Hausfrauen, vom Schlage von Frau Professor Claudia Kemfert (Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung) ist die Sache ganz einfach: Wenn man zu viel Strom hat, muß man mehr verbrauchen und wenn das Angebot der Natur zu klein ist, eben weniger. So einfach geht Energiewende, jedenfalls für deutsche „Wirtschaftswissenschaftlerinnen“. Ihr Rat von Frau zu Frau: Warum die Wäsche nicht nachts waschen, wenn der Wind nachts weht? Damit läßt sich trefflich in jeder „Talkrunde“ brillieren, in der noch keiner in einer Sozialbau-Wohnung gelebt hat oder jemals eine Waschmaschine, die schon Stunden vor sich her „gemüffelt“ hat, selbst entleerte. Mit der Waschmaschine und dem Trockner (sofern überhaupt vorhanden!) sind die variablen „Großverbraucher“ im Haushalt schon erschöpft. Der üblicherweise größte Einzelverbraucher Kühlschrank/Gefrierer sollte wohl besser nicht abgestellt werden. Man kann aber keinesfalls das Licht ausschalten, nur weil gerade die Sonne nicht scheint. Ist im Haushalt die Stromrationierung schon absurd, ist sie in Industrie und Gewerbe reiner Selbstmord. Wer das nicht glauben mag, sollte einmal Unternehmer über revolvierende Stromabschaltungen in den sog. Entwicklungsländern befragen.

Damit kein Mißverständnis entsteht: Es ist nichts gegen gestaffelte Tarife einzuwenden. Allerdings ist die Flexibilität selbst im Haushalt so gering, daß Aufwand und Kosteneinsparung in keinem Verhältnis zueinander stehen. Sie sind seit Jahren Realität (Optimierung der Spitzenleistung, Nachtspeicher etc.) und wirtschaftlich ausgereizt. Für all die Methoden haben konventionelle Zähler und Rundsteueranlagen vollkommen ausgereicht. Bei der Rundsteuertechnik werden durch das Stromnetz Nachrichten gesendet, die jeder empfangen und nutzen kann. Solche Nachrichten können beim Kunden den Stromtarif wechseln oder auch Geräte an- und abschalten. Entscheidend unter den Gesichtspunkten des Datenschutzes ist, daß das System wie beim Rundfunk die Nachrichten an alle versendet, jeder aber frei entscheiden kann, ob er sie auch nutzt. Es gibt auch keinen Rückkanal. Insofern ist eine Überwachung der Kunden nur „zweckdienlich“ möglich. Beispielsweise kann man bei einer Nachtspeicherheizung mit Rundsteuerung zwar feststellen, ob der Kunde in der Heizperiode viel oder wenig verbraucht hat (Zählerstand) aber nicht, ob er gern länger schläft oder in der Weihnachtswoche Besuch hatte und deshalb das Gästezimmer stärker als sonst üblich geheizt hat.

Kein „Smart Meter“ wird je in der Lage sein, den Verlauf der Sonne zu steuern oder das Wetter zu beeinflussen. Auch ein „Smart Meter“ ist nichts anderes, als die moderne Version der Lebensmittelkarte. Es kann nur den Mangel nach politisch/gesellschaftlichen Kriterien in engen Grenzen verwalten. Wir benötigen nachts elektrisches Licht, weil es nachts dunkel ist. Wenn die Sonnenkollektoren gerade dann keinen Strom produzieren, sollte das weiterhin das Problem der Energieversorger bleiben. Wenn die Windräder mehr Strom produzieren, als das Netz aufnehmen kann, müssen sie gedrosselt werden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, das Mittagessen in die Nacht zu verlegen, nur damit der Profit des Windparkbetreibers, wie in den Prospekten versprochen, ausfällt. Ein bischen unternehmerisches Risiko sollte schon bleiben.

Das vermeintliche Milliardengeschäft

„Smart Meter“ sind die Kopfgeburt von den gleichen Kombinatsleitern, die auch so peinliche Werbekampagnen wie „Vorweggehen“ starten. Wobei, eigentlich „Vorweggehen“? Bei der Kapitalvernichtung, beim Abbau von Arbeitsplätzen und der Transformation Deutschlands in ein Agrarland.

Natürlich, ist es weit aus kuscheliger, wenn man Milliardenumsätze mit zwangsverordneten „Smart Metern“ machen könnte, als in international umkämpften Märkten (Computertechnik, Mobiltelefone, Kraftwerksbau etc.) immer wieder gezeigt zu bekommen, daß man längst nicht mehr erfolgreich in der ersten Liga mitspielen kann. Schließlich sind deutsche Konzerne immer gut gefahren, wenn sie an den Lippen der jeweiligen Politiker geklebt haben. Die eigenen Pensionsansprüche konnten noch immer über die (absehbaren) Zusammenbrüche der unterschiedlichen „Reiche“ hinweg gerettet werden.

Die totale Überwachung

Das eigentlich empörende an dem „Smart Meter“ Konzept ist jedoch, daß der Schnüffelstaat nun endgültig in unsere Wohnungen dauerhaft einziehen will. Das „Smart Meter“ ist weit aus weniger ein Stromzähler, als vielmehr der „Vollautomatische Mielke“. Es handelt sich um eine Messeinrichtung mit Mikroprozessor und Speichereinheit nebst Rückkanal. Mit dem Stromzähler im Keller (bei großen Mietshäusern im zentralen Zählerraum) hat das so viel zu tun, wie ein Küchenmesser mit einem Maschinengewehr. Im Sinne von Datenschutz und Überwachung sollte sich der technische Laie dieses System eher wie einen Computer mit stets eingeschaltetem Mikrofon in jedem Raum vorstellen, der alle Aktivitäten aufzeichnet und per Internet zu der Überwachungszentrale zur (beliebigen und unkontrollierbaren) Auswertung schickt. Mag ja sein, daß der freundliche Computer einen nur darauf aufmerksam machen will, daß man wieder vergessen hat, das Licht auszuschalten. Kann aber auch sein, daß die Polizei die Daten zur Überprüfung eines Alibis nutzt. Selbstverständlich nur bei schwersten Straftaten! Vielleicht nutzt aber auch irgendein Geheimdienst das System zur Überwachung von geheimen Treffen irgendwelcher Terroristen. Man wird es selbstverständlich nie erfahren. Die schöne neue Welt der Öko-Sozialisten, ist halt viel mehr, als nur „Vogel-Häcksler“ und Dächer im Einheitsblau.

Wer glaubt, das alles sei übertrieben, der hat nicht die geringste Ahnung, was bereits heute Stand der Technik in der Netzleittechnik ist. Wie ausgefuchst bereits heute die statistischen Methoden und Datenmodelle sind. Und nicht vergessen: Ausweichen ist nicht! Auf das Internet oder (stets als Bewegungsmelder eingeschaltete) Mobiltelefon kann man verzichten, aber wer kann und will schon auf eine Wohnung verzichten?

Peaceful Nuclear Explosives (PNE)

Am Wochenende sind mir wieder einige mehr als zwanzig Jahre alte Veröffentlichungen über die Energieerzeugung durch kontrollierte Kernexplosionen in die Hände gefallen. Sie erscheinen mal wieder erwähnenswert, weil offensichtlich vergessen. Darüber hinaus bieten sie einige Erkenntnisse zu Salzbädern, Brüt- und Hybridkonzepten. Zur Einstimmung einige Fragen: Ist es möglich durch kontrollierte Kernexplosionen – quasi Wasserstoffbomben – elektrische Energie zu erzeugen? Könnte man solch einen „Reaktor“ als Brutreaktor benützen, um Spaltmaterial für konventionelle Reaktoren zu erzeugen? Wäre das „politisch korrekt“? Die ersten beiden Fragen lassen sich ziemlich eindeutig mit ja beantworten, die letzte ebenso eindeutig mit nein – heute jedenfalls noch!

Fusion

Bei der Kernfusion werden zwei leichte Elemente zu einem neuen Element „verschweißt“. Hierfür sind extrem hohe Drücke und/oder Temperaturen nötig. Um diese erstmal zu erzeugen, sind gewaltige Energien nötig. Bisher ist es deshalb noch nicht gelungen, eine Fusionsmaschine zu bauen, die kontinuierlich mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht. Durch die hohen Temperaturen und den hohen Druck ist das Medium sehr stark bestrebt, sich wieder auszudehnen. Bisher gibt es nur das Konzept eines extremen Magnetfelds zum dauerhaften Einschluß. Die zweite Entwicklungsschiene ist der Trägheitseinschluss: Man schießt mit mehreren Laserstrahlen gleichzeitig auf ein Wasserstoffkügelchen. Dieses Verfahren ist aber diskontinuierlich, da man immer nur einen Schuss ausführen kann. Insofern dürfte es sich weniger zur Stromerzeugung als zur Grundlagenforschung eignen.

Gleichwohl, wird bei der Kernfusion Energie erzeugt. Viel versprechend ist die Fusion von Deuterium und Tritium zu Helium. Deuterium kommt als „schweres Wasser“ in der Natur vor. Tritium hingegen, muß wegen seiner geringen Halbwertszeit von rund 12 Jahren vorher erbrütet werden.

Kernspaltung

Schwere Atomkerne können durch Neutronen gespalten werden. Bei der Spaltung werden einige Neutronen frei, wodurch eine Kettenreaktion aufrecht erhalten werden kann. Wenn man zusätzlich noch „Spaltmaterial“ z. B. U233 aus Th232 erbrüten will, muß man neben dem für die nächste Spaltung notwendigen, noch ein weiteres Neutron zur Verfügung haben. Da man aber auch unvermeidliche Verluste hat, ist es gar nicht so einfach, Brutreaktoren zu bauen.

Hybride

Wenn man beispielsweise einen Urankern spaltet, setzt man rund 200 MeV Energie und im Mittel etwa 2,2 Neutronen frei. Wenn man einen Helium-4 Kern durch Fusion erzeugt, gewinnt man nur etwa 14 MeV Energie und ein Neutron. Will man also die gleiche Energie erzeugen, muß man dafür etwa 14 mal so viele Kerne fusionieren und erhält dadurch aber auch etwa 7 mal so viele Neutronen. Mit anderen Worten: Man hat genug zum „Brüten“ übrig.

Kernexplosion

Will man nun eine Kernexplosion einer Fusion einleiten, muß man die zur Zündung erforderliche Leistung durch eine vorausgehende Kernspaltung bereitstellen. Dies ist das klassische Konzept einer „Wasserstoffbombe“. Die Kernspaltung dient dabei nur als Zünder. Sie sollte daher so klein, wie technisch möglich sein. Der gewaltige Neutronenüberschuß kann zum „Erbrüten“ von Tritium aus Lithium und Uran-233 aus Thorium genutzt werden. Beide können in einem geschlossenen Kreislauf für die nächsten Schüsse verwendet werden. Je weniger Material man zur Zündung spalten muß, je weniger Spaltprodukte erzeugt man.

Der Kernexplosions-Reaktor

Wie gesagt, „Wasserstoffbomben“ zu bauen, ist Stand der Technik. Eine Weiterentwicklung müßte nur der Kostensenkung und der Sicherheit gegen Mißbrauch dienen. Beides geht in die gleiche Richtung: In einem Kern-Explosions-Kraftwerk kommt es nur auf das „Brennelement“ an. Aus Sicherheitsgründen sollen ja gerade keine funktionstüchtigen Kernwaffen verwendet werden. Die Einleitung der Kettenreaktion bei der Zündung sollte durch eine stationäre „Maschine“ erfolgen. Insofern würde sich das „Diebstahlsrisiko“ auf das bekannte Risiko des Diebstahls von Spaltmaterial reduzieren.

Um die üblichen 1000 MWe eines konventionellen Kernkraftwerks zu erzeugen, müßte man etwa alle sieben Stunden einen 20 kT „Sprengsatz“ (etwa Atombombe über Nagasaki) zünden oder besser alle 40 Minuten einen 2 kT „Sprengsatz“. Dies mag für manchen Laien verblüffend sein, daß ein 1000 MWe Kraftwerk täglich mehr Energie erzeugt, als drei Nagasaki-Atombomben mit ihrer bekannten zerstörerischen Wirkung: Es ist der Unterschied zwischen Leistung und Energie. Eine Atombombe setzt ihre Energie in Bruchteilen von Sekunden frei. Allein dieser Zeitunterschied führt zu der verheerenden Explosion. Ganz neben bei, auch ein eindringliches Beispiel für den Unsinn, bei Windrädern und Sonnenkollektoren stets Leistung und Energie durcheinander zu rühren. Ein Windrad kann eben nicht x Personen-Haushalte versorgen, weil es den Leistugsbedarf nicht ständig erzeugen kann.

Aber nichts desto trotz, hat eine Kernwaffe eine ganz schöne Sprengkraft. Wie soll es funktionieren, damit ein Kraftwerk zu betreiben? Man fährt unterirdisch eine Kaverne auf. Für ein 1000 MWe Kraftwerk mit 2 kT-Explosionen müßte sie etwa einen Radius von 20 m und eine Höhe von 100 m haben. Um auch über einen Betrieb von geplant 30 Jahren die Stabilität zu erhalten, sollte sie komplett mit einem 1 cm Stahlblech-Containment ausgekleidet sein. Ist das Containment fest anliegend mit dem umliegenden Fels verschraubt, ergibt sich eine sehr standfeste Konstruktion. Der eigentliche Trick ist aber die Verdämmung der Explosionen. Wenn man von dem Kavernendach einen dichten Vorhang Flüssigkeitstropfen (es geht sogar Wasser) herabregnen läßt und die Explosion in diesem Schauer stattfinden läßt, wird der Feuerball regelrecht aufgefressen. Nahezu die gesamte Energie der Explosion führt auf den zahlreichen Oberflächen der Tropfen zu einer schlagartigen Verdampfung. Wählt man eine Salzschmelze mit ihrer extrem hohen Verdampfungstemperatur, wird dadurch die Explosionswelle in wenigen Metern abgebaut. Das Ergebnis ist eine Druckspitze von weniger als 30 bar, die auf die Wände wirkt. Innerhalb kürzester Zeit kondensiert der Dampf wieder und gibt seine Energie an die Salzschmelze ab. Sie ist jetzt erheblich heißer geworden. Die Salzschmelze wird kontinuierlich durch einen Wärmeübertrager gepumpt, in dem sie Dampf erzeugt. Ab dieser Stelle, beginnt ein ganz konventioneller Kraftwerksteil zur Stromerzeugung.

Die Salzschmelze

Als Salz wird das bekannte Eutektikum FLiBe Li2 – BeF4 aus 67% Berylliumfluorid BeF2 und 32,9% Lithiumfluorid LiF mit einem Schmelzpunkt von 363 °C verwendet, sodaß sich eine Arbeitstemperatur um 500 °C einstellt. Es können einige Prozent Thoriumfluorid ThF4 darin gelöst werden. Zusätzlich kann der Sprengkörper mit einer Schicht aus Beryllium als Neutronenmultiplikator und Thorium als Brutstoff umgeben werden. Wird die Salzschmelze reduzierend, das heißt mit einem Fluoridmangel angesetzt, kommt das Tritium als Tritiumgas vor und kann kontinuierlich abgezogen werden. Das erbrütete Uran-233 bildet ebenfalls Uransalz UF4. Es kann recht einfach abgeschieden werden, indem es z. B. in das gasförmige Uranhexafluorid UF6 umgeformt wird.

Bei diesem Reaktor kann der Anteil der Energieproduktion aus Spaltung und Fusion in weiten Grenzen verschoben werden. Bis zu 90 % Energie können theoretisch aus der Fusion gewonnen werden. Dies bedeutet neben einem geringen Anteil von Spaltprodukten eine sehr hohe Brutrate wegen des sehr hohen Neutronenüberschusses. Es ist zu erwarten, daß bereits auf der Basis heutiger Uran- und Strompreise, der wesentliche Erlös aus dem Verkauf von Spaltmaterial kommen würde. Dieses Reaktorkonzept bietet sich daher besonders für den Fall eines „verschlafenen“ Einstiegs in eine Brüterflotte, bei plötzlich steigenden Uranpreisen an.

Sicherheit

Wenn wirklich alles schief geht, hat man einen unterirdischen „Kernwaffentest“. Die Anlage ist dann unwiederbringlich Totalschaden. Aber das war’s auch schon. Allein die USA haben über 800 unterirdische Testexplosionen in Sichtweite von Las Vegas ausgeführt. Im Spitzenjahr 1962 praktisch an jedem dritten Tag eine.

Das Inventar an Spaltprodukten liegt bei diesem Reaktortyp unter einem Prozent gegenüber einem konventionellen Leichtwasserreaktor. Dies liegt einerseits daran, daß ein erheblicher Teil der Energie aus der Fusion mit dem Endprodukt Helium stammt und andererseits durch die Wiederaufbereitung zur Spaltstoffgewinnung auch ständig Spaltprodukte dem Kreislauf entzogen werden. Wie Simulationsrechnungen gezeigt haben, ist auch nach 30 Betriebsjahren und der Berücksichtigung von Aktivierungen durch Neutronenbeschuß von Stahlhülle und umliegenden Gestein, die Radioaktivität so gering, daß man den Rest einfach unter Beton beerdigen könnte. An dieser Stelle sei daran erinnert, daß bei der Verwendung von Thorium praktisch keine langlebigen Aktinoide entstehen.

Das Inventar an Tritium wäre unter 100 Ci, da es ja ständig abgezogen werden muß, um es verbrauchen zu können. Ein vollständiges Entweichen durch einen Unfall wäre kein besonderes Problem.

Proliferation

Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß eine solche Anlage für Terroristen oder „Schurkenstaaten“ ein Objekt der Begierde sein könnte. Die bei diesem Reaktortyp verwendeten Sprengkörper sind als Waffe ziemlich ungeeignet. Sie wären kaum zu transportieren oder zu lagern. Sie müßten wegen ihrer Vergänglichkeit eher vollautomatisch gefertigt und unmittelbar verbraucht werden. Ebenso wird man kaum den Weg der Zündung über chemische Sprengstoffe gehen. Dies wäre viel zu teuer. Man wird eher den Weg über eine stationäre Zündmaschine gehen. Die wird aber so groß werden, daß man sie kaum stehlen könnte.

Nachwort

Manchem mag das alles wie Science Fiction vorkommen. Ist es aber gar nicht. Es gibt kaum etwas, was besser erforscht ist als Kernwaffen. Es gibt auch nach wie vor kaum ein Fachgebiet was besser ausgestattet ist. Wo stehen denn stets die schnellsten Rechner, die besten Labors, die größten Laser etc.? Wenn man wollte, könnte man diesen Reaktortyp innerhalb von zehn Jahren bauen. Es wäre ein sicherer Einstieg in die Kernfusion und es wäre für die einschlägigen „Fachabteilungen“ zumindest in USA und Rußland ein Routineauftrag. Weniger Forschung als Entwicklung.

Es geht hier nicht darum, Werbung für ein exotisches Kraftwerk zu machen. Es sollte nur an einem Beispiel gezeigt werden, wie unendlich breit das Gebiet der Kernenergie ist und welche Möglichkeiten es bieten würde. Eher geht es darum, daß der Blickwinkel – gegenüber unseren Vätern – sehr verengt worden ist. In den 1950er und 1960er Jahren hatte man noch eine Kreativität, wie sie heute vielleicht noch in der IT-Branche vorhanden ist. Technik war noch nicht negativ besetzt.

Es gab auch noch eine Hoffnung auf, und einen Willen zu einer besseren Zukunft. Die Angst- und Neidindustrie war noch gar nicht erschaffen. Der ganze Blödsinn von bald versiegenden Ölquellen, Uranvorkommen, „Treibhauseffekten“, „Ozonlöchern“ etc. konnte die Menschen noch nicht ängstigen. Es ist allerdings kein Zufall, daß sich alle Systemveränderer immer wieder auf die Energietechnik stürzen. Sie haben mehr als andere erkannt, daß Energie die „Master Resource“ ist, ohne die nichts geht, aber mit deren Hilfe, fast alles möglich ist.

Niemand zwingt uns Menschen, mit Wind und Sonne wieder zurück ins Mittelalter zu gehen. Die resultierende Armut und die entgangenen Chancen wären freiwillig gewählt.