Robuste Kraftwerke für robuste Netze

Für eine robuste Stromversorgung („Grid Resilience“) unter den erschwerten Bedingungen von Wind- und Sonnenenergie ergeben sich auch besondere Anforderungen an die Kraftwerke. Wind und Sonneneinstrahlung sind Wetterphänomene und damit nicht vom Menschen beeinflußbar. Sie sind mehr (Wind) oder weniger (Sonne) zufällig. Sie widersprechen dadurch allen Anforderungen an eine zivilisierte Gesellschaft. Will man sie aus (ideologischen Gründen) trotzdem zur Erzeugung elektrischer Energie heranziehen, ergeben sich drei Notwendigkeiten:

  1. Der Einspeisevorrang: Die Sonne scheint bei uns nur selten (nachts ist es dunkel, tagsüber oft schlechtes Wetter) und der Wind weht in der überwiegenden Zeit nur schwach. Man kann deshalb nicht auch noch auf den Bedarf Rücksicht nehmen (negative Börsenpreise), sondern muß produzieren wenn es der Wettergott gestattet. Ganz genau so, wie schon der Müller und die Seefahrer im Altertum ihr Leben fristen mußten.
  2. Man muß ein komplettes Backup System für die Zeiten der Dunkelflaute bereithalten. Wirtschaftlich ein absolut absurder Zustand. Es ist ein komplettes System aus Kraftwerken und Stromleitungen vorhanden — man darf es plötzlich nur nicht mehr benutzen! In der Stromwirtschaft sind aber die Kapitalkosten der mit Abstand dickste Brocken. Weit vor den Personalkosten und meist sogar den Brennstoffkosten. Wenn man ausgerechnet die Nutzungsdauer verringert, treibt man damit die spezifischen Energiekosten (€/kWh) in die Höhe. Umgekehrt kann man sagen, der maximal mögliche Wert elektrischer Energie aus „regenerativen Quellen“ kann immer nur den Brennstoffkosten entsprechen.
  3. „Regenerative Energien“ besitzen nur eine sehr geringe Energiedichte und benötigen deshalb riesige Flächen. Diese Flächen sind nicht an den Verbrauchsschwerpunkten (Städte, Industriegebiete) bereitzustellen. Heute muß man bereits auf das offene Meer ausweichen. Es sind deshalb riesige Netze zum Einsammeln der elektrischen Energie und anschließend noch die berüchtigten „Stromautobahnen“ für den Ferntransport nötig. Alles sehr kapitalintensiv, pflegebedürftig und verwundbar. Oft wird auch noch vergessen, daß diese Anlagen selbstverständlich nur die gleiche geringe Auslastung, wie die Windmühlen und Sonnenkollektoren besitzen können.

Das Speicherdrama

Wind und Sonne können nur die Schildbürger speichern. Elektrische Energie ist die verderblichste Ware überhaupt (Kirchhoffsche Gesetze). Wer also von Speichern faselt, meint in Wirklichkeit Speicher für chemische (Batterien, Power to Gas etc.) oder mechanische Energie (Schwungräder, Pump-Speicher usw.). Es ist also immer eine zweifache Umformung — elektrische Energie in das Speichermedium und anschließend wieder das Speichermedium zurück in elektrische Energie — mit den jeweiligen Verlusten erforderlich. Es geht bei diesen Umformungen mindestens 50% des ohnehin sehr teuren Sonnen- bzw. Windstromes unwiederbringlich verloren. Mit anderen Worten, der Strom der aus dem Speicher kommt, ist dadurch schon mal doppelt so teuer, wie der vor dem Speicher. Das wäre aber nicht einmal der Bruchteil der Kosten: Die „Chemieanlagen“ oder „Speicherseen“ müßten gigantisch groß sein. Sie müssen ja schließlich in der kurzen Zeit, in der sie wetterbedingt überhaupt nur produzieren können (<15%), die elektrische Energie für die gesamte Zeit (100%) herstellen können. Betriebswirtschaftlich eine Katastrophe. Niemand wird eine solch absurde Investition tätigen. Die Schlangenölverkäufer setzen auch hier wieder auf den Staat. Das bekannte „Windhundrennen“ setzt ein: Wer pumpt am schnellsten die „Staatsknete“ ab, bis das System unweigerlich in sich zusammenbricht. Selbstverständlich ist auch hier für einige wenige wieder ein Schlösschen drin.

Auch Wasserkraft ist wetterabhängig. Die Trockenphasen wechseln sich mit Hochwassern ab. Fast alle Staudämme sind deshalb zur Flussregulierung gebaut worden. Selbst das gigantische Drei-Schluchten-Projekt in China. Die Vorstellung, man könnte Wasserkraftwerke wie Gasturbinen nach Bedarf an und abstellen, ist absurd. Abgesehen von technischen Restriktionen sprechen Sicherheitsbelange (Schifffahrt, Wassersportler etc.) und der Umweltschutz dagegen. Ein Fluß ist keine technische Batterie, sondern ein sensibles Ökosystem. Genau aus diesen Gründen werden die Speicherkraftwerke in den Alpen — wie alle konventionellen Kraftwerke — durch die Windenergie aus Deutschland in die roten Zahlen getrieben. Man kann eben nicht immer den Stausee in den Stunden negativer Börsenpreise (Entsorgungsgebühren) schlagartig für die Dunkelflaute befüllen. Im Gegenteil, oft muß man gerade dann den eigenen Strom verkaufen. Und noch einmal für alle Milchmädchen: In den wenigen Stunden, in denen der Wind im Überfluß weht, müßte man die gesamte Energie für die überwiegenden Schwachwindzeiten einspeichern — ein betriebswirtschaftlicher Albtraum.

Die Frage des Brennstoffs

Wenn man ein Kraftwerk benutzen will, muß man Brennstoff am Ort zur Verfügung haben. Alles andere als eine triviale Frage. Alte West-Berliner kennen noch die Tanklager und die sich ständig selbst entzündenden Kohlenhalden gegen eine etwaige „Russenblockade“. Jedenfalls sind Tanklager und Halden noch relativ billig anzulegen.

Bei Erdgas stellt sich die Sache schon ganz anders dar. Ein Gaskraftwerk ist auf eine ziemlich dicke Rohrleitung angewiesen. Das gesamte System vom Bohrloch, über die Aufbereitung, bis zum Endkunden ist nicht viel weniger Komplex als die Stromversorgung. In unseren Breiten wird das meiste Erdgas zur Beheizung unserer Gebäude verwendet. Die Winterspitze ist maßgeblich für die Dimensionierung. Zum Ausgleich setzt man unterirdische Speicher ein. Diese sind aber (bezogen auf den Jahresverbrauch) relativ klein. Jeder eingelagerte Kubikmeter Gas ist totes Kapital. Man steuert deshalb den Absatz über den Preis. Im Sommer ist der Großhandelspreis gering — damit die Gaskraftwerke verstärkt produzieren — und im Winter — wenn es kalt ist und die Nachfrage nach Heizgas ansteigt — hoch. Die Gaskraftwerke ziehen sich dann wieder zurück und überlassen den Kohlekraftwerken die Produktion. Dieses Zusammenspiel hat bis zur Energiewende zu aller Zufriedenheit funktioniert. Man konnte im Sommer sehr gut Revisionen bei den Kohle- und Kernkraftwerken durchführen. Bis die Laiendarsteller kamen und etwas von notwendigen flexiblen Gaskraftwerken für die Energiewende geschwafelt haben. Heute kann man die Investitionsruinen an verschiedenen Standorten besichtigen. Man muß es eigentlich nicht besonders erwähnen, daß die grünen Fachpersonen der Stadtwerke (es haftet ja der Steuerzahler) besonders eifrig auf den Leim gekrochen sind. Um ihre Missetaten zu vertuschen, krähen sie heute besonders laut über die „Klimakatastrophe“ und das „klimafreundliche“ Erdgas.

Das Kraftwerk der großen Transformation

Je länger der Wahnsinn der „Energiewende“ anhält, um so mehr wird der Wettergott das Kommando übernehmen. Prinzipiell nimmt in einem technischen System mit der Häufigkeit der Störungen und der Größe einzelner Störungen die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls zu. Will man ein solchermaßen malträtiertes Stromnetz wieder robust machen, stellen sich in diesem Sinne („Grid Resilience“) zwei Anforderungen an die Kraftwerke:

  1. Die Kraftwerke müssen von der Konstruktion (z. B. Brennstoffe) her und bezüglich der Fahrweise (z. B. angedrosselt) robust gebaut und betrieben werden. Beides verursacht erhebliche Kosten, die ohne die „Energiewende“ gar nicht entstanden wären. Hinzugerechnet werden muß noch der Umsatzausfall durch den Einspeisevorrang. Werden diese Zusatzkosten nicht vergütet, müssen die Kraftwerke geschlossen werden. Mit jedem konventionellen Kraftwerk das vom Netz geht, wird das gesamte Stromnetz instabiler, was den Aufwand weiter in die Höhe treibt.
  2. Das Netz muß nach schweren Störungen (Brown oder Black Out) möglichst schnell wieder hochgefahren und in einen neuen stabilen Zustand versetzt werden. Dafür müssen die Kraftwerke technisch (z. B. Schwarzstartfähigkeit) und personell jederzeit in der Lage sein. Die Wiederinbetriebnahme muß nach den Anforderungen der Netzleitzentrale erfolgen. Etwaige Überprüfungen, Wartungen oder gar Reparaturen müssen selbstverständlich vorher erfolgt sein. Dies gilt insbesondere für Schäden, die durch den außergewöhnlichen Netzzustand entstanden sind.

Es ist daher nichts weiter als bösartige und schlechte Propaganda, wenn Scharlatane von dem „Kohlestrom, der die Netze verstopft“ erzählen. Je mehr konventionelle Kraftwerke stillgelegt werden (müssen), desto weniger notwendige Reserven gibt es. Schon jetzt verlassen wir uns auf Kraftwerke im benachbarten Ausland. Man kann nicht erwarten, daß das kostenlos erfolgt. Je mehr wir das System komplizieren und ausweiten, um so mehr koppeln unerwartete Ereignisse auf das Stromnetz zurück: Es gab schon Brände in Erdgasspeichern, die diese für Monate lahmlegten oder Engpässe durch Drosselung in den niederländischen Erdgasfeldern (Mikrobeben) oder Pipelinebrüche. Ganz zu schweigen von der politischen Abhängigkeit gegenüber ausländischen Lieferanten. Kohle und Kernenergie besitzen schon durch ihre einfache Lagerung einen entscheidenden Trumpf.

Das robuste Kernkraftwerk für ein „nervöses Netz“

Kernkraftwerke besitzen eine Reihe von Eigenschaften, die besonders wertvoll für „nervöse Stromnetze“ mit einem hohen Anteil von wetterabhängigen Energien sind. Dies mag „Atomkraftgegner“ erschüttern, aber nur Reaktoren können die extremen Lastschwankungen (z. B. 3. Potenz von der Windgeschwindigkeit) sicher verkraften. Nur sie können extremen Wettersituationen sicher widerstehen. Es waren immer die Kernkraftwerke, die als letzte vom Netz mußten (Tsunami und Erdbeben in Japan, Wirbelstürme in den USA, Eiseskälte in Rußland). Es ist allerdings unverständlich, warum man bei den geringen Urankosten die Kernkraftwerke überhaupt drosseln soll, wenn mal die Sonne scheint oder der Wind in der richtigen Stärke weht…

Für Kernkraftwerke, die in einem „nervösen Netz“ zur Stabilisierung betrieben werden, ergeben sich folgende Anforderungen:

Robuste Lastfolge

Je schneller und erfolgreicher (noch) kleine Störungen ausgeregelt werden, um so besser für das Netz. Heutige Leichtwasserreaktoren haben große Leistungen. Der im Bau befindliche Turbosatz des Kraftwerks Hinkley Point in GB mit 2 x 1770 MWel hat eine gewaltige Schwungmasse, die zur Frequenzstabilisierung mehrerer Windparks dienen kann und soll. Hinzu kommen die gespeicherten Wärmemengen im Wasser-Dampf-Kreislauf. Automatisch greift bei einem Leichtwasserreaktor die Selbstregulierung über den Zusammenhang von Dichte des Kühlwassers und Moderation der Neutronen. Zusammengenommen ergibt das die steilsten Leistungstransienten aller Kraftwerkstypen. Die alte Greenpeace Propaganda von den „viel zu starren Atomkraftwerken“ beruhte bestenfalls auf der Verwechslung von Technik mit Betriebswirtschaft. Mit anderen Worten: Frankreich kann sich ruhig noch ein paar Windmühlen für das bessere Gewissen erlauben, Deutschland hingegen, geht mit der weiteren Abschaltung immer unruhigeren Zeiten entgegen. Fatal wird es in dem Moment, wenn unsere Nachbarn nicht mehr bereit sind, die Kosten für die Stabilisierung unseres nationalen Stromnetzes zu bezahlen.

Abwehr äußerer Einflüsse

Fukushima hat eindrucksvoll gezeigt, wie zerstörerisch Naturgewalten sein können. Eine weltweite Überprüfung aller Kernkraftwerke gegen jegliche Wasserschäden (Starkregen, Überflutungen etc.) war die Folge. Eine Nachrüstung in Richtung „U-Boot“ wurde durchgeführt. Seit dem, haben bereits mehrere Reaktoren einen Betrieb „inmitten von Wasser“ unter Beweis gestellt. Oft waren sie die einzigen noch betriebsbereiten Kraftwerke: Kohlenhalden hatten sich in Schlamm verwandelt, Gaspipelines waren durch die Wassermassen ausgefallen.

Gerade auch Netzstörungen (Sturmschäden, Blitzschlag etc.) wirken oft auf ein Kraftwerk von außen ein. Ein Kraftwerk ohne Netz kann noch so gut funktionieren, aber es kann seine elektrische Energie nicht mehr ausliefern. Oft lösen die Netzstörungen auch Schäden in der Kraftwerksanlage aus. Bei einem Kernkraftwerk sollte keine Schnellabschaltung durch solche Ereignisse ausgelöst werden.

Sicherer Inselbetrieb

Egal was mit dem Netz passiert, das Kernkraftwerk sollte automatisch in den Inselbetrieb übergehen. Nur so kann bei einer schnellen Reparatur die Produktion unverzüglich wieder aufgenommen werden. Dies erfordert, daß wirklich alle elektrischen Verbraucher des Kraftwerks (verschiedene Spannungsebenen) dauerhaft über den eigenen Generator versorgt werden können.

Unendliche Notkühlung

Die Besonderheit eines Kernreaktors ist die anfallende Nachzerfallswärme auch nach vollständiger Abschaltung. Die mangelnde Wärmeabfuhr (Ausfall der Kühlmittelpumpen) war die Ursache für den Totalschaden in den Reaktoren von Fukushima. Neuere Reaktoren mit passiven Notkühlsystemen bieten hierfür einen unschätzbaren Vorteil. Alte Kraftwerke müssen mit ausreichender Eigenstromversorgung (mehrfache Notstromaggregate mit ausreichendem Tanklager) nachgerüstet werden. Die eigenen Schaltanlagen für den Notbetrieb müssen — im Gegensatz zu Fukushima — entsprechend geschützt werden.

Schwarzstartfähigkeit

Ein Kernkraftwerk benötigt für die Inbetriebsetzung eine gewaltige Menge elektrischer Energie. Üblicherweise wird diese dem Netz entnommen. Ist ein Netz im Katastrophenfall schon überlastet, dürfte dies kaum möglich sein. Es müßte also eine Eigenstromversorgung (z. B. Gasturbine) vorhanden sein, wenn ein Schwarzstart für die Robustheit eines Teilnetzes gefordert ist.

Normalerweise ist das Anfahren eines Kernkraftwerkes ein streng reglementierter und langwieriger Vorgang. Unzählige Prüfungen müssen durchgeführt, bestimmte Haltepunkte eingehalten werden. Immer nach dem Grundsatz „Safety First“. Alles andere als ideal für die Wiederherstellung eines Netzes nach einem „Blackout“. Deshalb sollte die Schnellabschaltung unbedingt vermieden werden. Gegebenenfalls ein Schnellverfahren für Notfälle geschaffen werden. Jedenfalls kommt noch eine Menge Arbeit auf die Überwachungs- und Genehmigungsbehörden zu. Aber es ist uns ja nichts zu schwer und zu teuer um wenigstens teilweise wieder ins Mittelalter zurückzukehren.

Kapazitätsmärkte – Markt- oder Planwirtschaft?

Ab 2015 soll in Großbritannien ein Kapazitätsmarkt für Kraftwerke starten. Ähnliche Überlegungen gibt es bereits für Belgien, Frankreich und Deutschland. Es ist also höchste Zeit, sich mit dem Thema etwas näher zu beschäftigen.

Das Besondere des Strommarktes

Die Gewinnung und Verteilung elektrischer Energie ist außergewöhnlich kapitalintensiv. Kraftwerke und Stromnetze kosten Milliarden. Sie sind anschließend für Jahrzehnte nutzbar. Nur durch die Verteilung der Kosten auf viele Jahre, ist das Produkt elektrische Energie überhaupt zu geringen Preisen lieferbar. Doch genau darin besteht das außerordentliche betriebswirtschaftliche Risiko: Niemand kann den genauen Bedarf in Jahrzehnten voraussagen.

Zu Beginn der Elektrifizierung ist man deshalb sehr schnell zu staatlich regulierten Monopolen übergegangen. Besonders bei der Verteilung (Leitungsnetze) erscheint es noch heute sinnvoll, an jedem Ort nur ein Netz zu betreiben. Dies ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. In wie weit dieses Gebietsmonopol wirklich natürlich oder eher politisch gewollt ist, sei dahingestellt. So geht z. B. in der Telekommunikation der Trend durchaus zu (zumindest auf Teilstrecken) parallelen Leitungen oder bei Erdgas zu parallelen Systemen (Pipeline und LNG). In der Stromwirtschaft dagegen, wird jede Diversifizierung sofort im Keim erstickt. Jüngstes Beispiel ist die nachträgliche Belastung von Eigenerzeugung mit staatlichen Abgaben.

Seit je her, hat man versucht das Dilemma zwischen hohen Fixkosten und (teilweise) sehr geringen variablen Kosten durch Leistungs- und Energiepreise abzubilden. Einzige Ausnahme waren die Kleinverbraucher (Haushalte), bei denen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander standen. Der Leistungspreis deckte dabei einen erheblichen Anteil der Fixkosten bei Erzeugung und Verteilung ab. Er genügte folgenden Anforderungen:

  • Als spezifischer Preis – Leistung (kW), die in einem Abrechnungszeitraum bezogen wird – bot er dem Verbraucher einen unmittelbaren Anreiz, seine gezogene Leistung möglichst klein zu halten und zu vergleichmäßigen. Früher nannte man so etwas Spitzenstromoptimierung, heute wird der alte Wein neudeutsch als „smart grid“ verkauft. Wichtig war die unmittelbare Verknüpfung von Leistung mit Kosten: Wer verschwenderisch mit den volkswirtschaftlichen Investitionen fürs Netz umging, mußte unmittelbar entsprechend mehr bezahlen. Eine sehr wirksame Methode, da der Leistungsanteil im Normalfall etwa die Hälfte der Stromrechnung betrug.
  • Das Investitionsrisiko wurde zwischen Kunde und Lieferant aufgeteilt: Wurde nur selten die geforderte Leistung vom Kunden bezogen, stieg der Leistungsanteil an seiner Stromrechnung merklich an. Ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit – wie es heute gern von Besitzern von Photovoltaikanlagen propagiert wird – war in diesem System nicht vorgesehen. Wer nur für wenige Stunden seine elektrische Energie aus dem öffentlichen Netz bezieht, muß indirekt über seinen Leistungspreis für seine Kilowattstunden einen Preis von mehreren Euro bezahlen. Die Propaganda von der bald erreichten „Netzparität“ stellt sich als genauso hohler Werbeslogan wie „Die Sonne schickt keine Rechnung“ heraus. Wenn Netzparität, dann aber bitte nur mit Leistungspreis (auch Bereitstellungspreis genant) oder eigener Batterieanlage für Dunkelheit.
  • Der Leistungspreis war bezüglich des Netzes verursachergerecht. Wer nur das Hochspannungsnetz bzw. Mittelspannungsnetz nutzte, hatte auch unterschiedliche Preise zu entrichten. Dafür mußte er die Transformatorenanlage selbst anschaffen und betreiben. Auch diese volkswirtschaftlich sehr sinnvolle Maßnahme wird immer gern für Propaganda missbraucht: Es wird gern von billigem Strom für die Industrie gefaselt, weil man nur die Arbeitspreise (kWh) für Haushalte und „Großverbraucher“ in Relation zueinander setzt.

Wie das Elend begann

In der guten alten Zeit, mußten sich die Energieversorger alle Preise vorher von dem zuständigen Regulierer genehmigen lassen. Dazu war es nötig, alle Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Netznutzung offen zu legen. In wie weit so etwas überhaupt möglich ist, sei dahingestellt. Als Gegenwert erhielten sie das jeweilige Monopol.

Mit der Erschaffung der „Marktliberalisierung“ – ironischerweise gerade durch Kräfte, die der Marktwirtschaft eher kritisch gegenüberstehen – mußte das System umgestellt werden. Man glaubte die Erzeugung (Kraftwerke) und das Netz problemlos voneinander trennen zu können. Warner, die vor der Problematik der Frequenzregelung und der Rosinenpickerei bei den Standorten warnten, wurden als Vertreter der „Monopolkräfte“ abgebürstet. Man wollte politisch eine Strombörse durchsetzen. Man glaubte, einen Markt künstlich erschaffen zu können. Zu diesem Zweck erschuf man die Konstruktion von an einer Börse in Leipzig miteinander handelnden Erzeugern (Kraftwerke, Windparks etc.) und „Großverbrauchern“ (industrielle Kunden, Vertriebsfirmen). Alle sonstigen Schwierigkeiten wurden dem „Netzbetreiber“ auferlegt. Dieser sollte staatlich reguliert werden und würde sich als der Hort der Planwirtschaft erweisen. Er ist die Spielwiese der Politiker, das Ausführungsorgan der Planwirtschaft. Anders als im „real existierenden Sozialismus“ konnten sich aber die Architekten der Planwirtschaft stets hinter den „bösen Kräften des Marktes“ verstecken.

Sollte man nur noch Energie (kWh) handeln, mußten zukünftig alle Kosten durch den Energiepreis (€/MWh) abgedeckt werden. Bei der Unterteilung in „Marktanteil“ und „Plananteil“ war das nur über Zuschläge (Netzentgeld, EEG-Umlage etc.) möglich. Eine Systemumstellung mit fatalen Konsequenzen: Durch die faktische Abschaffung des Leistungspreises wurde das Verursacherprinzip bei den Kapitalkosten ausgehebelt. Zu allem Überdruss wurden aber teilweise Leistungspreise weiter erhoben, was zumindest in der Industrie zu völligen Fehlallokationen führt. Man hat – gewollt oder ungewollt – eine gewaltige Spielwiese für Schlangenölverkäufer aus allen gesellschaftlichen Bereichen geschaffen.

Die zwei Geburtsfehler der Strombörse

Eine Börse ist ein Marktplatz. Zwar ist im Internet-Zeitalter keine Präsenz der Händler mehr auf dem Parkett nötig, aber es gibt einen genau definierten Erfüllungsort. Für die Ölkontrakte über WTI (West Texas Intermediate) ist dies nach wie vor Cushing in Oklahoma USA. Egal wer, wo auf der Welt WTI-Kontrakte handelt, weiß, daß er noch die Transportkosten von seinem Verkaufspreis abziehen bzw. seinem Kaufpreis hinzurechnen muß. Natürlich wird keine physische Ware erst von Rotterdam nach Cushing transportiert und von dort wieder nach Frankfurt. Vielmehr zieht der Verkäufer in Rotterdam die Transportkosten vom Cushing-Preis ab und der Abnehmer in Frankfurt rechnet seine Transportkosten hinzu. Üblich ist nun, daß man sich die Differenz teilt und mit den tatsächlichen Transportkosten von Rotterdam nach Frankfurt verrechnet. Hört sich kompliziert an, ist aber in der Praxis hoch effektiv, weil erst dadurch neue Transportwege entdeckt oder geschaffen werden. Als Beispiel mag nur die Verflüssigung von Erdgas als Alternative zum Rohrleitungstransport dienen. Bei der Strombörse meinte man nun mit „virtuellen Handelsräumen“ arbeiten zu können. Inzwischen spricht es sich aber herum, daß auch neue Stromtrassen Milliarden kosten. Es ist eben keinesfalls egal, wann und wo eine Lieferung vollzogen wird. In Deutschland war man aus politischen Gründen ausdrücklich für eine „Briefmarkenlösung“. Es sollte kein Unterschied bei den Transportkosten geben – egal ob der Strom für München aus dem Kernkraftwerk in der Nähe oder aus dem Windpark bei Helgoland stammt. Wo ein politischer Wille ist, soll auch eine Stromtrasse gebaut sein. Die Kosten dafür, zahlt ja die Allgemeinheit über die „Netzumlage“. Jeder Kohlenhändler würde nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, wenn man ihm erzählen wollte, es sei gleich teuer, ob die Kohle aus Ibbenbüren oder Südafrika geliefert wird. Aber darin unterscheiden sich eben reale Märkte von politischen Kopfgeburten.

Der zweite Geburtsfehler war die Zusammenfassung zweier völlig verschiedener Produkte zu einem Handelsprodukt. Konventioneller Strom – egal ob aus Kernkraft-, Kohle oder Gaskraftwerken – ist zu jedem Zeitpunkt ein physikalisch darstellbares Produkt, „Flackerstrom“ aus Wind- und Sonnenenergie hingegen, ist bestenfalls über den Wetterbericht abschätzbar – so, als würde man Schweinehälften mit Roulett zu einem Handelsprodukt vereinen. Die garantierte Lieferbarkeit ist aber die Grundfeste einer jeden Börse. Wie hat man nun das Problem für die Strombörse gelöst? Immer wenn Produktion und Abnahme nicht genau im Gleichgewicht sind, ändert sich die Netzfrequenz. Für die Einhaltung der Frequenz ist aber der Netzbetreiber zuständig. Mit anderen Worten: Jedes mal, wenn ein Verkäufer (Windpark) seine Ware gar nicht liefern kann, muß der Netzbetreiber einspringen. Er muß nun sehr teuer, weil kurzfristig, die fehlende Leistung besorgen. Die Kosten hierfür, darf er über die Netzentgelte auf die Allgemeinheit abwälzen. Wie lange würde wohl eine reale Börse existieren, wenn ständig gar nicht geliefert werden könnte? Entweder würden sich die Handelsteilnehmer frustriert zurückziehen oder die Versicherungsprämien für Lieferausfälle würden jeden Handel ad absurdum führen. Wie weit die Strombörse von realen Börsen entfernt ist, ist schon jedem Laien durch die negativen Preise ersichtlich.

Merit Order

Die Kosten der Erzeugung elektrischer Energie lassen sich als Fixkosten (Kapitalkosten, Personalkosten etc.) und variable Kosten (praktisch nur Brennstoffkosten) darstellen. Trägt man die Brennstoffkosten in einem Diagramm auf, ergibt sich eine Kurve, die im Nullpunkt beginnt (Wind und Sonne), erst sehr flach ansteigt (Kernenergie), dann immer steiler wird (von Braunkohle über Steinkohle), um dann sehr steil (Erdgas) zu enden. Ob ein Kraftwerk nun läuft oder nicht, die Fixkosten (insbesondere sind das die Kapitalkosten) bleiben immer gleich. Ob man es in Betrieb setzt, hängt also vom Verhältnis des momentan erzielbaren Strompreises zu den eigenen Brennstoffkosten ab.

Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Beträgt der Strompreis an der Börse 32 €/MWh ergibt sich für ein Gaskraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 50% Grenzkosten bei einem Erdgaspreis von 16 €/MWh. Bei diesem Strompreis und Erdgaspreis könnte es gerade seine Brennstoffkosten wieder einfahren. Ist der erzielbare Strompreis geringer oder der Gaspreis höher, lohnt es sich, das Kraftwerk außer Betrieb zu setzen um weitere Verluste zu vermeiden.

Der erzielbare Strompreis gilt aber nun für alle Kraftwerke. Jedes Kraftwerk muß nun seine Brennstoffkosten ermitteln. Man kann jetzt die Kraftwerke in einer Liste mit steigenden Brennstoffkosten sortieren. Das muß täglich geschehen, da die Brennstoffpreise schwanken. Eine solche Liste bezeichnet man als „merit order“. Alle Kraftwerke, die mit ihren individuellen Brennstoffkosten oberhalb des Grenzwertes (entsprechend dem Börsenpreis für Strom) liegen, würden mit jeder produzierten Kilowattstunde zusätzliche Verluste machen, aber alle Kraftwerke unterhalb des Grenzwertes würden nicht nur ihre Brennstoffkosten voll abdecken, sondern würden auch noch zusätzliche Einnahmen zur Abdeckung ihrer Fixkosten erzielen.

Aus diesem Zusammenhang ergibt sich auch eindeutig, warum in diesem System mit steigendem Anteil an „Erneuerbaren“ auch ständig der Anteil an Strom aus Braunkohle größer werden wird. Momentan gilt der Einspeisevorrang für „Erneuerbare“. Je nach dem, wie stark der Wind weht und die Sonne scheint, ist damit ein entsprechender Anteil an der insgesamt benötigten Strommenge vergeben. Lediglich der Rest bleibt für die anderen Kraftwerke übrig. Das ist politisch so gewollt. Die Strompreise an der Börse purzeln durch das Überangebot bis hin zu absurden negativen Preisen (Entsorgungsgebühren). Ausgerechnet Kernkraftwerke (die aber aus politischen Gründen abgeschaltet werden sollen) und moderne Braunkohlekraftwerke haben die mit Abstand geringsten Brennstoffkosten. Lange vorher, müssen (heute schon) auch modernste Erdgaskraftwerke und bald auch modernste Steinkohlekraftwerke abstellen.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang der Faktor Zeit. Jeden Tag, an dem ein Kraftwerk nicht laufen darf, schreibt es dunkelrote Zahlen. Andererseits können die Kraftwerke mit geringen Brennstoffkosten ihre Kredite weiter abbauen. Hat in diesem Sinne schon jemals ein Politiker oder Konzernlenker über die Konsequenzen nachgedacht, wenn demnächst die Brot-und-Butter-Kraftwerke zwangsweise abgeschaltet werden müssen. Der „Atomausstieg“ wird noch richtig heiter werden.

Interessant sind auch die Auswirkungen auf Neuinvestitionen. Alle reden von einem Boom bei Gaskraftwerken. Sicherlich erfordern Gaskraftwerke die mit Abstand geringsten Investitionen. Insofern erscheint das betriebswirtschaftliche Risiko gering. Allerdings gilt das nur für niedrige Gaspreise (Putin läßt grüßen!) bei gleichzeitig hohen Strompreisen. Wer garantiert aber, daß die Strompreise an der Börse bald stark steigen? Was ist, wenn die Absatzmenge in Deutschland durch eine beschleunigte Deindustrialisierung schneller rückläufig ist, als allgemein erwartet wird? Was, wenn unsere Nachbarn mit billigem Strom – beispielsweise aus Kernkraftwerken – auf den deutschen Markt drängen?

Warum es keine Kapazitätsmärkte gibt

Die Grundvoraussetzung für einen Markt ist das aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. Wo es gar keine Nachfrage gibt, kann auch kein Markt entstehen. Insofern ist der naturgegebene Markt, der Markt für elektrische Energie. Genauso wie es Märkte und Börsen für Diesel und Benzin gibt, aber keine Börse für Raffinerien. Alle politischen Kopfgeburten leiden an einem systembedingten „Nicht-funktionieren-können“. Der Begriff Markt ist oft nur eine Verballhornung der Planwirtschaft. Typischer Vertreter dieser politischen Kategorie ist der Handel mit CO2.-Zertifikaten“.

Entweder man ist für freie Märkte (nur Energie in €/kWh) oder man entscheidet sich wieder zur Rückkehr zum regulierten Markt (Bereitstellungspreis in €/kW und Energie in €/kWh nach individuellen Umständen). Jedes der beiden Systeme hat Vor- und Nachteile.

Zu Märkten gehören untrennbar Unternehmer und unternehmerisches Risiko. In diesem Sinne kann sich ein Kraftwerk nicht von einer Eisdiele unterscheiden. Mit beiden kann man Geld verdienen. Aber für beide kann die falsche Einschätzung des Wetter-Risikos tödlich sein. Eine Eisdiele muß ihr Geld verdienen, wenn der Kunde Eis essen möchte. Nicht anders, kann es bei einem Kraftwerk sein. Der Spruch: „Man zahlt ja auch nicht nur für die Feuerwehr, wenn es brennt“, ist die Denkweise eines Kombinatsleiters und nicht eines Unternehmers.

Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet die „Stadtwerke“, die massiv in Gaskraftwerke investiert haben, nun lautstark „Kapazitätsmärkte“ fordern. Es ist der bekannte Ruf nach Subventionen. Ihr Problem, wenn sie irgendwann angefangen haben, an die eigene Propaganda von den „flexiblen“ und „umweltfreundlichen“ Gaskraftwerken zu glauben. Es ist in diesem Land scheinbar zum Volkssport für gewisse politische Kreise geworden, die Verbraucher immer weiter mit Abgaben zu belasten. Früher war man wenigstens so ehrlich, die eigenen politischen Wünsche aus den öffentlichen Haushalten – und damit über Steuern – abzudecken. Eine weitere „Kapazitätsabgabe“ wird mit Sicherheit die Strompreise nicht senken.

Man sollte dem Markt endlich freien Lauf gewähren und unrentable Kraftwerke pleite gehen lassen. Es wird sich schon ein Käufer finden. Der kann dann anschließend auch billiger anbieten. Die Damen und Herren, die ignoriert haben, daß Kernbrennstoff und Kohle billiger als Erdgas sind, müssen sich halt einen neuen Job suchen. Auch das Warten auf höhere „CO2-Preise“ wird sie nicht mehr retten können. Wenn man CO2. zu einem Schadstoff erklären will, wird man um Grenzwerte nicht umhin kommen. Präsident Obama macht es gerade vor.

„Kapazitätsmärkte“ können die Randbedingungen nicht verändern:

  • Je mehr Wind und Sonne in den Markt gedrückt wird, um so mehr wird Angebot und Nachfrage auseinandergehen. Die unvermeidliche Folge sind immer stärker schwankende Strompreise.
  • Je stärker die Preise schwanken, um so höher muß der Risikoaufschlag werden. Das Niveau der Strompreise (in Deutschland) wird dadurch weiter steigen.
  • Je höher die Preise steigen, um so mehr setzen Ausweichbewegungen ein. Eine massive Abwanderung der Industrie ins Ausland wird stattfinden. Sollte das der heimliche politische Wunsch sein, dann weiter so.
  • Das Ausland wird dem deutschen Vorbild auf keinen Fall folgen. Man wird gerne die Arbeitsplätze übernehmen und wird auch gerne billigen Strom liefern. Schließlich schafft auch der Bau und Betrieb von Kraftwerken Arbeitsplätze.
  • Solange man das Prinzip der Grenzkosten (merit order) beibehält, ist die Schwankung (Volatilität) der Energiepreise immer größer als bei einem regulierten System mit Leistungs- und Energiepreisen. Ein „Kapazitätsmarkt“ kann daran nichts ändern.
  • Ein „Kapazitätsmarkt“, d. h. die Bezahlung für das reine Bereithalten eines Kraftwerks, ist eine Subvention. Es entsteht ein reiner Mitnahmeeffekt, der keine Senkung der Energiepreise zur Folge hat.
  • Eine Lösung ist nur auf europäischer Ebene unter Beachtung europäischen Rechts möglich. Ein weiterer Alleingang Deutschlands wird nicht toleriert werden. Dies gilt um so mehr das Netz durch zusätzliche Grenzkopplungen verstärkt wird.
  • Die Volatilität wird durch den weiteren Ausbau der „Regenerativen“ immer weiter zunehmen. Ein „Kapazitätsmarkt“ kann ohnehin nur einen etwaigen Mangel an Leistung, nicht aber den Überschuß (wenn der Wind mal kräftig weht oder die Sonne großräumig scheint) beeinflussen.
  • Eine Kaltreserve war immer schon üblich. Was geschieht mit dem „Kapazitätsmarkt“, wenn die Gaspreise einmal (relativ) sinken sollten? Werden dann die erhaltenen Subventionen an die Verbraucher zurückgezahlt?
  • Je länger man das Eingeständnis, daß die „Energiewende“ ein Fehler ist, hinauszögert, um so mehr Zwangsabgaben sind nötig: Es begann mit der EEG-Umlage, dann folgte die Netzumlage und jetzt ist eine Kapazitätsabgabe im Gespräch. Planwirtschaft wuchert wie eine Krebsgeschwulst.
  • Nur ein ausgewogener Kraftwerkspark ist die beste Garantie für Preisstabilität. „100% Erneuerbare“ ist eine gefährliche Utopie.

 

Die Krebsgeschwulst der Energiewirtschaft

Es begann alles mit den Subventionen für Wind- und Sonnenenergie. Manche tiefgläubige Politiker halten die zwangsweise Einspeisung von elektrischer Energie zu staatlich festgelegten und garantierten Preisen immer noch für einen ideologischen Exportschlager. Eher ist es so, daß sich die „EEG-Philosophie“ wie Krebs über Europa ausgebreitet hat. Inzwischen ist man schon bei der Förderung neuer Kernkraftwerke (z. B. Großbritannien) und fossilen Kraftwerken als „Kaltreserve“ (z. B. Deutschland) angekommen. Es ist, wie es immer war und sein wird: Einige Politiker wollen mit ihrem Halbwissen in einen Markt eingreifen, um ihn zu verbessern. Zwangsläufig führen ihre Eingriffe zu Störungen an anderen Stellen, die flugs durch weitere Eingriffe beseitigt werden sollen. Eine Kettenreaktion kommt in Gang, an deren Ende meist der Zusammenbruch des gesamten Systems steht. Es scheint also durchaus sinnvoll, sich mit der unterschiedlichen „Rangehensweise“ in Europa auseinanderzusetzen.

Einer oder besser viele?

Historisch gewachsen ist das Modell „integrierter Konzern mit Gebietsmonopol“. In einem geographisch (was meist mit Ländergrenzen gleichzusetzen ist) begrenztem Gebiet hat eine Gesellschaft die Versorgung aller Kunden übernommen. Diese Gesellschaft hat dafür ein Leitungsnetz aufgebaut und betrieben und sich einen passenden Kraftwerkspark zugelegt. Dies geschah in eigener Regie und Verantwortung. In der guten, alten Zeit beschränkten sich die Politiker auf die Forderungen „sichere Versorgung zu günstigen Preisen“, „anständige Dividende“ und „Einhaltung der Gesetze und Vorschriften“. Entscheidend war, daß diese „Stromkonzerne“ wie Kaufhäuser geführt wurden: Alles unter einem Dach. Am Jahresende zählte nur das Gesamtergebnis. Wieviel, welche Abteilung dazu beigetragen hat, war höchstens Insidern bekannt. In der Tat, eine etwas undurchsichtige Angelegenheit. Allerdings weit aus weniger, als Laien (und Politiker sind fast immer Laien!) vielleicht meinen. Sind die internen Zahlen bekannt, sind sie immer auch vergleichbar mit ähnlichen Bereichen in anderen Branchen. Vorteil einer solchen Konstruktion sind die Optimierungsmöglichkeiten und die gegenseitigen Synergien, sowie die günstige Finanzstruktur. Letztendlich läuft alles immer auf die eine Frage hinaus: Was kostet am Ende der Strom? In diesem Sinne, ist z. B. ein Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich eindeutig: Die französischen Strompreise bewegen sich im unteren Drittel, Deutschland ist auf dem Weg zur absoluten Spitze.

Das vermeintliche Gegenmodell zum „Staatskonzern a la EDF“ ist die deutsche „Strommarktliberalisierung“. Schon dieser Begriff war einer der dreistesten Neusprech-Schöpfungen in der Geschichte.

  • Man zerschlug gnadenlos bestehende Unternehmensstrukturen: Die regionalen Energieversorger BEWAG (Berlin) und HEW (Hamburg) wurden beispielsweise an den sozialdemokratischen, schwedischen Staatskonzern Vattenfall verschachert. Heute rennen die gleichen Rot/Grünen-Strategen durch die Straßen von Berlin und Hamburg und sammeln Unterschriften zur „Rekommunalisierung“. Aus den einst florierenden Aktiengesellschaften im Landesbesitz sollen über den Zwischenschritt „ausländischer Konzern“ Energiekombinate unter der Leitung von Politkommissaren gemacht werden. Elektrische Energie als neue Kopfsteuer und Zwangsabgabe zur Verwirklichung politischer Ziele – vorbei an Parlamenten und ohne lästige Haushaltsdebatten.
  • Man wandelte die Preisfindung einer Marktwirtschaft in eine reine Planwirtschaft um: Durch das „EEG“ werden nicht nur die Erzeugerpreise staatlich vorgeschrieben, sondern auch die Abnahme der Produktion zwangsweise garantiert. Bei dem Einheitsverkaufspreis (EVP) der zusammengebrochenen DDR handelte es sich noch um ein aufwendiges und strikt reglementiertes Kalkulationsverfahren. Schwarz/Gelb hat daraus die Festlegung der „Einspeisevergütung“ als eine Hinterzimmerveranstaltung unter Politikern gemacht. Der Rahmen eines „Fünf-Jahr-Plan“ wurde durch das Korsett des Abnahmezwanges ersetzt. Damit wurde den Kombinatsleitern der Stromwirtschaft sogar noch die Wahl des Produktionsstandortes entzogen. So viel Staatswirtschaft gab es noch nie auf deutschem Boden.
  • Rot/Grün erschufen die „Strombörse“ als Karikatur einer Börse, in der die eine Abteilung eines Konzerns den Strom an die andere Abteilung des gleichen Konzerns „verkauft“. Gerne benutzen Grüne Politstars diese Art der „Preisfindung“ auch noch als Beweis, daß böse Kapitalisten die „ständig sinkenden Preise an der Strombörse für Wind- und Sonnenenergie“ nicht an die Stromverbraucher weitergeben.
  • Man ist stolz darauf, daß man Ein-Mann-Finanzspekulanten (Photovoltaik auf dem Dach) und Bauernkollektive („Bürgerwindparks“) als neue deutsche Energieversorgungsunternehmen in die Schlacht gegen internationale Milliardenkonzerne geschickt hat. Mal abwarten, wie viele Privatinsolvenzen die Energiewende hinterlassen wird. Bisher haben ja nur super schlaue Stadtwerkedirektoren Millionen in spanische „Sonnenfarmen“ versenkt. Macht ja nichts, werden zum Ausgleich eben die Müllgebühren etwas erhöht.
  • Die Krönung der Volksverdummung war die Idee, haftendes (!) Eigenkapital mit einer Verzinsung von bis zu 5% (!) zur Finanzierung von Hochspannungsleitungen ein zu werben. So dämlich ist nicht einmal unser Michel: Er finanziert Hochspannungsmasten vor seinem Fenster, die niemand braucht und die voraussichtlich auch nie benutzt werden. Weil weder die bestehenden Kraftwerke im Süden abgeschaltet werden, noch die Windparks im Meer im geträumten Umfang gebaut werden. Unter Finanzhaien nennt man das skalpieren. Hauptsache, der Vertrieb hat seine Provision kassiert. Die „Hausfrauen-Hausse“ ist längst gestartet: Deutsche Bank und Co haben längst ihre Aktien in Wind und Sonne an Privatanleger mit Gewinn weiterverkauft. Jetzt können die „Zukunftstechnologien“ getrost pleite gehen und die Arbeitnehmer „frei gestellt“ werden. Es soll ja ohnehin Fachkräftemangel herrschen.

Auswirkungen auf Europa

Bisher konnten Deutschland und Dänemark ihren Stromabfall aus Wind und Sonne problemlos in ihren Nachbarländern entsorgen. Wenn auch nur über direkte oder indirekte Subventionen. Der Strompreis wird so weit runter subventioniert, bis er konventionelle Kraftwerke aus dem Markt drückt. Im Grunde genommen, ist dieses Modell ein Abklatsch alter europäischer Agrarsubventionen. Damals (Milchseen, Butterberge etc.) wie heute, führt es solange zu einer Überproduktion, bis die Subventionen über alle Maßen steigen und politisch nicht mehr zu verkaufen sind. Die Betonung liegt dabei auf „politisch ertragbar“, denn die Schmerzgrenze und die entstehenden Schäden sind in unterschiedlichen Ländern verschieden. Als erste, scherten unsere Nachbarn Polen und Tschechien aus: Die volkswirtschaftlichen Schäden durch deutschen Stromabfall nahmen solche Ausmaße an, daß sie nicht mehr durch den vermeintlich günstigen Preis aufgewogen werden. Sie machen die Grenzen dicht. Übrigens mit vollem Recht: Der Verkauf von Produkten unter Gestehungspreis wird gemeinhin als Dumping bezeichnet und verstößt gegen alle internationalen Handelsabkommen. Eine Trumpfkarte, die unsere Nachbarn gegenüber Deutschland weiter in der Hinterhand halten, solange, bis der „EEG-Wahnsinn“ gestoppt wird.

Es gibt aber noch eine Reihe indirekter Wirkungen auf andere Energiemärkte. Eindeutige Untergrenze für die Strompreise an der Europäischen Strombörse ist seit längerem der Brennstoffpreis für Kohle. Kohle und Kernenergie bilden das Rückrat der Stromerzeugung. Die von allen Sonnenmännchen und Flackerströmern heiß geliebten Gaskraftwerke müssen bereits aus dem Markt ausscheiden. Ihre Brennstoffkosten liegen deutlich über den erzielbaren Strompreisen. Dadurch entsteht eine Todesspirale: Durch die immer geringer werdende Ausnutzung (Vollaststunden) explodieren die Fixkosten. Der Zeitpunkt der vollständigen Stilllegung naht. Neuerdings werden sogar Neubauten unmittelbar nach der ersten Inbetriebsetzung gleich wieder eingemottet. Das grüne Märchen von den unflexiblen Kohle- und Kernkraftwerken, hat sich inzwischen längst als schlechte Propaganda enttarnt. Nur die Politkommissare in den nahestehenden Stadtwerken sind dem aufgesessen und haben kräftig in Gaskraftwerke (fehl)investiert. Manch ein Stadtkämmerer wird noch schlaflose Nächte bekommen: Aus den vermeintlich profitablen „Kraft-Wärme-Kopplungs-Projekten“ – gedacht zur Quersubventionierung von städtischen Hallenbädern, Busbetrieben etc. – werden Investitionsruinen werden.

Genau aus dieser Ecke weht der verzweifelte Schrei nach „Kapazitätsmärkten“. Man benötigt dringend Subventionen um seine Fehlinvestitionen zu vertuschen. Da kaum einer etwas mit diesem Begriff anfangen kann, er aber um so bereitwilliger nachgeplappert wird, hier eine Übertragung in die Alltagswelt. Betriebswirtschaftlich ist es das klassische Problem einer Eisdiele. Der Betreiber einer Eisdiele ist extrem vom Wetter abhängig. Er muß praktisch an den wenigen Tagen mit schönem Wetter den wesentlichen Teil seines Jahresumsatzes machen. All sein Bestreben ist darauf ausgerichtet. Er muß den Preis für sein Eis so kalkulieren, daß er die unzähligen flauen Tage überbrücken kann. Gemeinhin nennt man das unternehmerisches Risiko. Hätte er die Idee vom „Kapazitätsmarkt“ schon gekannt, wäre er zur Gemeinde gegangen und hätte sich jeden Monat einen festen Betrag von der Allgemeinheit bezahlen lassen, um seine Kosten für Miete, Personal etc. abdecken zu können. Als Gegenleistung hätte er sich selbstverständlich verpflichtet, seine Eisdiele an warmen und schönen Sommertagen zu öffnen. Absurd? Wieso, er stellt doch die gesellschaftlich wichtige Aufgabe der Eisversorgung an heißen Tagen bereit. Wenn es immer noch keiner merkt, wir sind mit Volldampf in eine Gesellschaft unterwegs, gegen die der Real-Existierende-Sozialismus ein Freiraum für unternehmerische Tätigkeiten war.

Die Zukunft

Solange es kein wesentliches Wachstum im Stromabsatz gibt, kann man sich eine ganze Zeit durchwursteln. Gleichwohl altert der Kraftwerkspark jeden Tag weiter. Hat man einmal mit der Planwirtschaft angefangen, kann man nicht mehr erwarten, daß das unkalkulierbare – weil politische – Risiko von irgendwelchen verantwortungsbewussten Investoren getragen wird. An diesem Punkt ist man heute bereits in Großbritannien angekommen.

Das englische Modell

Im Vereinigten Königreich hat man eine Reihe alter gasgekühlter Kernkraftwerke. Diese werden nach einem festen Fahrplan außer Betrieb gesetzt. Hinzu kommen eine Reihe alter Kohlekraftwerke, die zumindest nachgerüstet werden müßten, um die europäischen Umweltschutzstandards zu erfüllen. Ferner hat man sich auf das kostspielige Abenteuer der Windenergie aus dem Meer eingelassen. Nach jahrelangen Diskussionen ist man zum Ergebnis gekommen, daß man mindestens 18.000 MWe neue Kernkraftwerke bauen muß und das möglichst schnell. Nur, wer soll das finanzieren? Man hat alle britischen Stromversorger längst privatisiert. Die alten Kernkraftwerke werden beispielsweise von der französischen EDF betrieben. Die würde auch gerne neue bauen und betreiben, aber bitte nur mit eingeschränktem Risiko.

Die britische Lösung den Fehler der Subventionierung der Windenergie zu heilen, heißt „CO2 – freier-Strom“. Man dreht den „Ökospieß“ um. Auch Kernenergie ist „CO2.frei“, hat also folglich auch Subventionsansprüche zum Wohle des Klimas zu stellen. Man handelt für jedes Projekt (Wind auf Land, Wind auf Meer, Biomasse, Kernenergie etc.) mit dem Investor einen Mindestpreis für einen bestimmten Zeitraum aus. Der Antrieb der Verhandlungen ist, einen Preis zu finden, mit dem der Betreiber leben kann ohne pleite zu gehen. Kann dieser Preis nicht am Markt erzielt werden, gibt es die Differenz aus einem Fond oben drauf. Wird umgekehrt am Markt ein höherer Preis erzielt, wird aus der positiven Differenz die angehäufte Schuld getilgt. Erst wenn der Fond auf Null gesetzt ist, kann der Kraftwerksbetreiber den vollen Preis einstreichen. Lange Diskussionen werden immer noch über die Frage der Haftung für diese Fonds geführt: Gibt es eine direkte Bürgschaft durch den englischen Staat oder durch das Kollektiv der Stromverbraucher. Diese Frage ist von zentraler Bedeutung, da sie auf den Garantiepreis zurück koppelt. Bürgt der Staat, hat die gesamte Finanzierung des Projektes die Wertigkeit – und damit geringe Zinssätze – einer britischen Staatsanleihe. Tritt lediglich das Kollektiv der Stromverbraucher als Rückversicherer auf, hat die Finanzierung den Stellenwert einer Unternehmensanleihe. An dieser Stelle ergibt sich deshalb ein möglicher Konflikt mit dem EU-Recht wegen (vermeintlich) unerlaubter Subventionen.

Die Lösung des NIMBY-Problems?

Alle Großprojekte der Energietechnik, vom Windpark bis zum Kernkraftwerk, leiden heute am NIMBY („Aber nicht hinter meinem Haus“) Syndrom: Man erkennt die volkswirtschaftliche Notwendigkeit an, ist aber nicht bereit, persönliche Nachteile zu tragen. Die Briten wollen dieses Dilemma nun marktwirtschaftlich lösen. Die Gemeinden, die solche Projekte bei sich gestatten – vielleicht zukünftig sich sogar darum bewerben – bekommen einen hälftigen Anteil an den Unternehmenssteuern. Man geht für ein Kernkraftwerk von mindestens 193 Millionen Pfund in einem Zeitraum von 40 Jahren aus. Wer das (gefühlte) Risiko eines Kernkraftwerkes in seiner Gemeinde auf sich nimmt, wird mit zusätzlichen Freibädern, Kindergärten und was sonst noch alles, „entschädigt“. Es wird interessant sein, wie die Angstindustrie darauf reagieren wird. Greenpeace und Co. zukünftig nicht mehr in der Rolle der guten „Naturschützer“, sondern eher als Verhinderer von besser ausgestatteten Schulen und Kindergärten. Ganz neu ist dieses Erfolgsmodell nicht. Wyoming hat die am besten ausgestatteten öffentlichen Schulen in den USA (jedem Kind ein kostenloser Laptop). Finanziert durch Abgaben der Kohleindustrie. In solchen Gemeinden fällt das Hetzen gegen die als „guter Nachbar“ empfundene Kohlegrube, schwer. Im fernen Washington ist das Schwadronieren über Klimakatastrophen mit Staatsbediensten wesentlich angenehmer.

Es gibt noch einen weiteren Ansatz, der auch für Windparks und Shale Gas (1000 Pfund pro Bohrstelle + 1% vom Umsatz) gelten soll: Die Gemeinde bekommt 1000 Pfund im Jahr pro MW installierter Leistung (Ziel: Je größer das Kraftwerk, je mehr Einnahmen für die Gemeinde) begrenzt bis zum Jahr 2060 (Ziel: Je schneller gebaut wird, um so mehr Einnahmen.)

Die Rolle der EU-Kommission

Man könnte fast Schadenfreude empfinden: Über Jahrzehnte ist der Popanz „Klimakiller CO2.“ von allen möglichen Schlangenölverkäufern und Systemveränderern aufgebaut worden. Nun braucht die Wettbewerbskommission nur noch betonen, daß Kernenergie auch „kohlenstoffarm“ ist und all die schönen „Ausnahmetatbestände“ gelten auch für die Kernenergie. Oder man macht generell Schluß mit den Subventionen in der europäischen Energiewirtschaft – dann aber, ist die Kernenergie als preiswerteste Methode der Stromerzeugung (in der Grundlast) strahlender Sieger. Ein Ausbauprogramm von chinesischem Ausmaß wäre die Folge.

Es wird interessant zu beobachten sein, wie ein Heulen durch die politischen Parteien und Energiekombinate in Deutschland gehen wird. Hat nicht vor all zu langer Zeit beispielsweise die Kombinatsleitung von E.ON Energie AG in vorauseilendem Gehorsam ihre fertig entwickelten Standorte in England an die Japaner verkauft? Wollte man das erhaltene Geld nicht in die „Zukunftstechnologie Windkraft auf Hoher See“ investieren (versenken)? Mal sehen, wie die Analysten an der Börse reagieren. Das gleiche gilt für Siemens und ein halbes Dutzend Firmen in der zweiten Reihe. Wenn man jemals Manager für Arbeitsplatzvernichtung verantwortlich machen kann, dann sicherlich diese „Energiewender“. Hoffentlich gibt’s noch ne schöne Abfindung.

Niemand wird in der EU Mitleid für „Madame No“ haben, die sich selbst in diese Zwickmühle laviert hat. Ihr überhasteter „Ausstiegsbeschluss“ wird ihr vielleicht in wenigen Wochen eine Koalition mit den Grünen ermöglichen, aber der Machterhalt über Tagespolitik ist erfahrungsgemäß nicht von langer Dauer. Man schaue sich nur Spanien an: Dort sind Milliarden in der spanischen Wüste für Sonnenenergie verbrannt worden. Richtige Konsequenz aus der „Euro-Krise“: Sofortiger Schluß mit dem Unsinn der „Solarförderung“. Entgegen dem Werbeslogan eines bekannten Sozialdemokraten hat die Sonne nun doch brutal eine Rechnung geschrieben. Die politische Frage der nächsten Jahre wird sein, wie lange die (jugendlichen) Arbeitslosen in Europa bereit sind, solche alten Deckel aus der „Grünen Periode“ abzustottern. Wie lange der „Kleinrentner“ über seine Stromrechnung bereit ist, dem Schlangenölverkäufer sein durch „Solarenergie“erworbenes Schloss weiter zu erhalten. Vielleicht wird ja noch ein deutsches Energiemodell zum Exportschlager: Entschädigungslose Enteignung! Es muß ja nicht gleich ein Tsunami in Japan zur Begründung herhalten, vielleicht reicht auch eine umgeblasene Windmühle in der Nordsee.