Stasi 2.0 -Zähler

Die Katze ist endlich aus dem Sack

Wer immer noch glaubte, die „Energiewende“ sei mit „EEG-Abgabe“ und „Netz-Abgabe“ bezahlt, wird langsam eines Besseren belehrt. Die nächste Schnapsidee ist ein „Smart-Meter“. Eine Verniedlichung für die totale Überwachung und Gängelung. Selbstverständlich ist die Technik und deren Unterhalt von Michel selbst zu bezahlen. Die elektronische Fußfessel für Straftäter war gestern, es lebe das „Smart-Meter“ für jedermann. Die NSA ist gegen deutsche Öko-Sozialsten ein Schmusekätzchen – doch der Reihe nach.

Elektrizität ist nicht gleich Elektrizität

Es gibt kein Windrad, das bei Flaute elektrische Energie produziert und es gibt keinen Sonnenkollektor, der bei Dunkelheit Strom fließen läßt. So einfach ist das und so unumstößlich, wie zwei und zwei vier ist. Jedes Kind im Vorschulalter kann das nachvollziehen. Warum versuchen uns also täglich Politiker und Medien für dumm zu verkaufen? Es geht nicht um Umweltschutz oder Energieversorgung, sondern um Gesellschaftsveränderung. Kein Politiker und kein Kombinatsleiter glaubt an eine Stromversorgung ausschließlich durch „Erneuerbare Energien“. Schon allein dieses Neusprechwort läßt jeden halbwegs gebildete Menschen erschauern. So, als hätte es die Thermodynamik nie gegeben.

Was wir alle kennen, den „Strom aus der Steckdose“ ist ein völlig anderes Produkt, als das, was nach Lust und Laune der Natur aus Windrädern und Sonnenkollektoren kommt. Man könnte sogar sagen, es ist das genaue Gegenteil: Lassen wir es uns daher nicht länger gefallen, daß man uns Äpfel für Birnen verkaufen will. „Erneuerbare Energien“ haben so viel mit dem derzeitigen „Strom aus der Steckdose“ gemeinsam, wie Malzkaffee mit Bohnenkaffee. Es ist bloß ein neuer Ersatzstoff aus der Trickkiste sozialistischer Mangelwirtschaft.

Langsam dämmert es auch mancher Politikerin: Leistung ist nicht gleich Energie, da steckt irgendwo auch noch die Zeit drin! Man kann so viel Megawatt Photovoltaik auf die Dächer pflanzen und Windmühlen in die Landschaft pflanzen wie man will, aber es gelingt trotzdem nicht, auf konventionelle Kraftwerke zu verzichten. Eigentlich ist auch das, ganz einfach zu verstehen: Will man eine bestimmte Energiemenge erzeugen – z. B. den Jahresstromverbrauch von Deutschland – muß man diesen durch die installierte Leistung – z. B. alle installierten Windräder und Sonnenkollektoren – teilen. Man erhält die Zeitdauer, in der die Anlagen – ihrem Typenschild gemäß – laufen müssen. Da es aber zumindest nachts dunkel ist und auch der Wind nicht ständig mit voller Kraft weht, braucht man hierfür gigantische Leistungen. Wenn aber der Wind dummerweise weht und die Sonne strahlt, produzieren diese Anlagen notgedrungen mehr Strom, als das Netz verkraften kann: Man müßte die Anlagen teilweise abstellen. Wenn man sie aber abstellt, produzieren sie übers Jahr gerechnet, noch weniger Energie oder anders ausgedrückt, ihre Vollbenutzungsstunden werden noch geringer. Ein Rennen, wie das berühmt berüchtigte, zwischen Hase und Igel. Sagen wir es noch einmal ganz einfach und für jeden verständlich: Eine Vollversorgung durch „Erneuerbare“ ist physikalisch unmöglich!

Eigentlich wäre alles ganz einfach. Lasst uns zugeben, daß die „Energiewende“ eine Schnapsidee war und lasst uns ganz schnell aufhören mit dem Geld verbrennen. Aber leider haben wir ja keine Irrtumskultur in Deutschland. Wir gründen lieber einen Volkssturm oder faseln von einer Mauer, die noch hundert Jahre stehen würde, wenn sie bereits einstürzt. Hauptsache: Die Partei hat immer recht, die Partei kann sich nicht irren! Bis zum endgültigen Zusammenbruch, lassen wir uns gerne durch das Gesäusel von Wunderwaffen einlullen. Um die Wunderwaffe Speicher ist es zur Zeit etwas still geworden. Es lassen sich kaum noch Zeugen finden. Zu gering, sind die Fortschritte, die man vorzeigen könnte. Das Dilemma zwischen dem Abkassieren von Forschungsgeldern und dem nötigen schnellen Erfolg ist zu groß geworden. Auch für geübte Schlangenölverkäufer ist der Spagat zwischen dem „wir brauchen noch einige Jahre und natürlich viele Milliarden Subventionen“ und „Energiespeicherung ist überhaupt kein Problem“ zu groß geworden.

Das „smarte“ Netz

Für Hausfrauen, vom Schlage von Frau Professor Claudia Kemfert (Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung) ist die Sache ganz einfach: Wenn man zu viel Strom hat, muß man mehr verbrauchen und wenn das Angebot der Natur zu klein ist, eben weniger. So einfach geht Energiewende, jedenfalls für deutsche „Wirtschaftswissenschaftlerinnen“. Ihr Rat von Frau zu Frau: Warum die Wäsche nicht nachts waschen, wenn der Wind nachts weht? Damit läßt sich trefflich in jeder „Talkrunde“ brillieren, in der noch keiner in einer Sozialbau-Wohnung gelebt hat oder jemals eine Waschmaschine, die schon Stunden vor sich her „gemüffelt“ hat, selbst entleerte. Mit der Waschmaschine und dem Trockner (sofern überhaupt vorhanden!) sind die variablen „Großverbraucher“ im Haushalt schon erschöpft. Der üblicherweise größte Einzelverbraucher Kühlschrank/Gefrierer sollte wohl besser nicht abgestellt werden. Man kann aber keinesfalls das Licht ausschalten, nur weil gerade die Sonne nicht scheint. Ist im Haushalt die Stromrationierung schon absurd, ist sie in Industrie und Gewerbe reiner Selbstmord. Wer das nicht glauben mag, sollte einmal Unternehmer über revolvierende Stromabschaltungen in den sog. Entwicklungsländern befragen.

Damit kein Mißverständnis entsteht: Es ist nichts gegen gestaffelte Tarife einzuwenden. Allerdings ist die Flexibilität selbst im Haushalt so gering, daß Aufwand und Kosteneinsparung in keinem Verhältnis zueinander stehen. Sie sind seit Jahren Realität (Optimierung der Spitzenleistung, Nachtspeicher etc.) und wirtschaftlich ausgereizt. Für all die Methoden haben konventionelle Zähler und Rundsteueranlagen vollkommen ausgereicht. Bei der Rundsteuertechnik werden durch das Stromnetz Nachrichten gesendet, die jeder empfangen und nutzen kann. Solche Nachrichten können beim Kunden den Stromtarif wechseln oder auch Geräte an- und abschalten. Entscheidend unter den Gesichtspunkten des Datenschutzes ist, daß das System wie beim Rundfunk die Nachrichten an alle versendet, jeder aber frei entscheiden kann, ob er sie auch nutzt. Es gibt auch keinen Rückkanal. Insofern ist eine Überwachung der Kunden nur „zweckdienlich“ möglich. Beispielsweise kann man bei einer Nachtspeicherheizung mit Rundsteuerung zwar feststellen, ob der Kunde in der Heizperiode viel oder wenig verbraucht hat (Zählerstand) aber nicht, ob er gern länger schläft oder in der Weihnachtswoche Besuch hatte und deshalb das Gästezimmer stärker als sonst üblich geheizt hat.

Kein „Smart Meter“ wird je in der Lage sein, den Verlauf der Sonne zu steuern oder das Wetter zu beeinflussen. Auch ein „Smart Meter“ ist nichts anderes, als die moderne Version der Lebensmittelkarte. Es kann nur den Mangel nach politisch/gesellschaftlichen Kriterien in engen Grenzen verwalten. Wir benötigen nachts elektrisches Licht, weil es nachts dunkel ist. Wenn die Sonnenkollektoren gerade dann keinen Strom produzieren, sollte das weiterhin das Problem der Energieversorger bleiben. Wenn die Windräder mehr Strom produzieren, als das Netz aufnehmen kann, müssen sie gedrosselt werden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, das Mittagessen in die Nacht zu verlegen, nur damit der Profit des Windparkbetreibers, wie in den Prospekten versprochen, ausfällt. Ein bischen unternehmerisches Risiko sollte schon bleiben.

Das vermeintliche Milliardengeschäft

„Smart Meter“ sind die Kopfgeburt von den gleichen Kombinatsleitern, die auch so peinliche Werbekampagnen wie „Vorweggehen“ starten. Wobei, eigentlich „Vorweggehen“? Bei der Kapitalvernichtung, beim Abbau von Arbeitsplätzen und der Transformation Deutschlands in ein Agrarland.

Natürlich, ist es weit aus kuscheliger, wenn man Milliardenumsätze mit zwangsverordneten „Smart Metern“ machen könnte, als in international umkämpften Märkten (Computertechnik, Mobiltelefone, Kraftwerksbau etc.) immer wieder gezeigt zu bekommen, daß man längst nicht mehr erfolgreich in der ersten Liga mitspielen kann. Schließlich sind deutsche Konzerne immer gut gefahren, wenn sie an den Lippen der jeweiligen Politiker geklebt haben. Die eigenen Pensionsansprüche konnten noch immer über die (absehbaren) Zusammenbrüche der unterschiedlichen „Reiche“ hinweg gerettet werden.

Die totale Überwachung

Das eigentlich empörende an dem „Smart Meter“ Konzept ist jedoch, daß der Schnüffelstaat nun endgültig in unsere Wohnungen dauerhaft einziehen will. Das „Smart Meter“ ist weit aus weniger ein Stromzähler, als vielmehr der „Vollautomatische Mielke“. Es handelt sich um eine Messeinrichtung mit Mikroprozessor und Speichereinheit nebst Rückkanal. Mit dem Stromzähler im Keller (bei großen Mietshäusern im zentralen Zählerraum) hat das so viel zu tun, wie ein Küchenmesser mit einem Maschinengewehr. Im Sinne von Datenschutz und Überwachung sollte sich der technische Laie dieses System eher wie einen Computer mit stets eingeschaltetem Mikrofon in jedem Raum vorstellen, der alle Aktivitäten aufzeichnet und per Internet zu der Überwachungszentrale zur (beliebigen und unkontrollierbaren) Auswertung schickt. Mag ja sein, daß der freundliche Computer einen nur darauf aufmerksam machen will, daß man wieder vergessen hat, das Licht auszuschalten. Kann aber auch sein, daß die Polizei die Daten zur Überprüfung eines Alibis nutzt. Selbstverständlich nur bei schwersten Straftaten! Vielleicht nutzt aber auch irgendein Geheimdienst das System zur Überwachung von geheimen Treffen irgendwelcher Terroristen. Man wird es selbstverständlich nie erfahren. Die schöne neue Welt der Öko-Sozialisten, ist halt viel mehr, als nur „Vogel-Häcksler“ und Dächer im Einheitsblau.

Wer glaubt, das alles sei übertrieben, der hat nicht die geringste Ahnung, was bereits heute Stand der Technik in der Netzleittechnik ist. Wie ausgefuchst bereits heute die statistischen Methoden und Datenmodelle sind. Und nicht vergessen: Ausweichen ist nicht! Auf das Internet oder (stets als Bewegungsmelder eingeschaltete) Mobiltelefon kann man verzichten, aber wer kann und will schon auf eine Wohnung verzichten?

Peaceful Nuclear Explosives (PNE)

Am Wochenende sind mir wieder einige mehr als zwanzig Jahre alte Veröffentlichungen über die Energieerzeugung durch kontrollierte Kernexplosionen in die Hände gefallen. Sie erscheinen mal wieder erwähnenswert, weil offensichtlich vergessen. Darüber hinaus bieten sie einige Erkenntnisse zu Salzbädern, Brüt- und Hybridkonzepten. Zur Einstimmung einige Fragen: Ist es möglich durch kontrollierte Kernexplosionen – quasi Wasserstoffbomben – elektrische Energie zu erzeugen? Könnte man solch einen „Reaktor“ als Brutreaktor benützen, um Spaltmaterial für konventionelle Reaktoren zu erzeugen? Wäre das „politisch korrekt“? Die ersten beiden Fragen lassen sich ziemlich eindeutig mit ja beantworten, die letzte ebenso eindeutig mit nein – heute jedenfalls noch!

Fusion

Bei der Kernfusion werden zwei leichte Elemente zu einem neuen Element „verschweißt“. Hierfür sind extrem hohe Drücke und/oder Temperaturen nötig. Um diese erstmal zu erzeugen, sind gewaltige Energien nötig. Bisher ist es deshalb noch nicht gelungen, eine Fusionsmaschine zu bauen, die kontinuierlich mehr Energie erzeugt, als sie verbraucht. Durch die hohen Temperaturen und den hohen Druck ist das Medium sehr stark bestrebt, sich wieder auszudehnen. Bisher gibt es nur das Konzept eines extremen Magnetfelds zum dauerhaften Einschluß. Die zweite Entwicklungsschiene ist der Trägheitseinschluss: Man schießt mit mehreren Laserstrahlen gleichzeitig auf ein Wasserstoffkügelchen. Dieses Verfahren ist aber diskontinuierlich, da man immer nur einen Schuss ausführen kann. Insofern dürfte es sich weniger zur Stromerzeugung als zur Grundlagenforschung eignen.

Gleichwohl, wird bei der Kernfusion Energie erzeugt. Viel versprechend ist die Fusion von Deuterium und Tritium zu Helium. Deuterium kommt als „schweres Wasser“ in der Natur vor. Tritium hingegen, muß wegen seiner geringen Halbwertszeit von rund 12 Jahren vorher erbrütet werden.

Kernspaltung

Schwere Atomkerne können durch Neutronen gespalten werden. Bei der Spaltung werden einige Neutronen frei, wodurch eine Kettenreaktion aufrecht erhalten werden kann. Wenn man zusätzlich noch „Spaltmaterial“ z. B. U233 aus Th232 erbrüten will, muß man neben dem für die nächste Spaltung notwendigen, noch ein weiteres Neutron zur Verfügung haben. Da man aber auch unvermeidliche Verluste hat, ist es gar nicht so einfach, Brutreaktoren zu bauen.

Hybride

Wenn man beispielsweise einen Urankern spaltet, setzt man rund 200 MeV Energie und im Mittel etwa 2,2 Neutronen frei. Wenn man einen Helium-4 Kern durch Fusion erzeugt, gewinnt man nur etwa 14 MeV Energie und ein Neutron. Will man also die gleiche Energie erzeugen, muß man dafür etwa 14 mal so viele Kerne fusionieren und erhält dadurch aber auch etwa 7 mal so viele Neutronen. Mit anderen Worten: Man hat genug zum „Brüten“ übrig.

Kernexplosion

Will man nun eine Kernexplosion einer Fusion einleiten, muß man die zur Zündung erforderliche Leistung durch eine vorausgehende Kernspaltung bereitstellen. Dies ist das klassische Konzept einer „Wasserstoffbombe“. Die Kernspaltung dient dabei nur als Zünder. Sie sollte daher so klein, wie technisch möglich sein. Der gewaltige Neutronenüberschuß kann zum „Erbrüten“ von Tritium aus Lithium und Uran-233 aus Thorium genutzt werden. Beide können in einem geschlossenen Kreislauf für die nächsten Schüsse verwendet werden. Je weniger Material man zur Zündung spalten muß, je weniger Spaltprodukte erzeugt man.

Der Kernexplosions-Reaktor

Wie gesagt, „Wasserstoffbomben“ zu bauen, ist Stand der Technik. Eine Weiterentwicklung müßte nur der Kostensenkung und der Sicherheit gegen Mißbrauch dienen. Beides geht in die gleiche Richtung: In einem Kern-Explosions-Kraftwerk kommt es nur auf das „Brennelement“ an. Aus Sicherheitsgründen sollen ja gerade keine funktionstüchtigen Kernwaffen verwendet werden. Die Einleitung der Kettenreaktion bei der Zündung sollte durch eine stationäre „Maschine“ erfolgen. Insofern würde sich das „Diebstahlsrisiko“ auf das bekannte Risiko des Diebstahls von Spaltmaterial reduzieren.

Um die üblichen 1000 MWe eines konventionellen Kernkraftwerks zu erzeugen, müßte man etwa alle sieben Stunden einen 20 kT „Sprengsatz“ (etwa Atombombe über Nagasaki) zünden oder besser alle 40 Minuten einen 2 kT „Sprengsatz“. Dies mag für manchen Laien verblüffend sein, daß ein 1000 MWe Kraftwerk täglich mehr Energie erzeugt, als drei Nagasaki-Atombomben mit ihrer bekannten zerstörerischen Wirkung: Es ist der Unterschied zwischen Leistung und Energie. Eine Atombombe setzt ihre Energie in Bruchteilen von Sekunden frei. Allein dieser Zeitunterschied führt zu der verheerenden Explosion. Ganz neben bei, auch ein eindringliches Beispiel für den Unsinn, bei Windrädern und Sonnenkollektoren stets Leistung und Energie durcheinander zu rühren. Ein Windrad kann eben nicht x Personen-Haushalte versorgen, weil es den Leistugsbedarf nicht ständig erzeugen kann.

Aber nichts desto trotz, hat eine Kernwaffe eine ganz schöne Sprengkraft. Wie soll es funktionieren, damit ein Kraftwerk zu betreiben? Man fährt unterirdisch eine Kaverne auf. Für ein 1000 MWe Kraftwerk mit 2 kT-Explosionen müßte sie etwa einen Radius von 20 m und eine Höhe von 100 m haben. Um auch über einen Betrieb von geplant 30 Jahren die Stabilität zu erhalten, sollte sie komplett mit einem 1 cm Stahlblech-Containment ausgekleidet sein. Ist das Containment fest anliegend mit dem umliegenden Fels verschraubt, ergibt sich eine sehr standfeste Konstruktion. Der eigentliche Trick ist aber die Verdämmung der Explosionen. Wenn man von dem Kavernendach einen dichten Vorhang Flüssigkeitstropfen (es geht sogar Wasser) herabregnen läßt und die Explosion in diesem Schauer stattfinden läßt, wird der Feuerball regelrecht aufgefressen. Nahezu die gesamte Energie der Explosion führt auf den zahlreichen Oberflächen der Tropfen zu einer schlagartigen Verdampfung. Wählt man eine Salzschmelze mit ihrer extrem hohen Verdampfungstemperatur, wird dadurch die Explosionswelle in wenigen Metern abgebaut. Das Ergebnis ist eine Druckspitze von weniger als 30 bar, die auf die Wände wirkt. Innerhalb kürzester Zeit kondensiert der Dampf wieder und gibt seine Energie an die Salzschmelze ab. Sie ist jetzt erheblich heißer geworden. Die Salzschmelze wird kontinuierlich durch einen Wärmeübertrager gepumpt, in dem sie Dampf erzeugt. Ab dieser Stelle, beginnt ein ganz konventioneller Kraftwerksteil zur Stromerzeugung.

Die Salzschmelze

Als Salz wird das bekannte Eutektikum FLiBe Li2 – BeF4 aus 67% Berylliumfluorid BeF2 und 32,9% Lithiumfluorid LiF mit einem Schmelzpunkt von 363 °C verwendet, sodaß sich eine Arbeitstemperatur um 500 °C einstellt. Es können einige Prozent Thoriumfluorid ThF4 darin gelöst werden. Zusätzlich kann der Sprengkörper mit einer Schicht aus Beryllium als Neutronenmultiplikator und Thorium als Brutstoff umgeben werden. Wird die Salzschmelze reduzierend, das heißt mit einem Fluoridmangel angesetzt, kommt das Tritium als Tritiumgas vor und kann kontinuierlich abgezogen werden. Das erbrütete Uran-233 bildet ebenfalls Uransalz UF4. Es kann recht einfach abgeschieden werden, indem es z. B. in das gasförmige Uranhexafluorid UF6 umgeformt wird.

Bei diesem Reaktor kann der Anteil der Energieproduktion aus Spaltung und Fusion in weiten Grenzen verschoben werden. Bis zu 90 % Energie können theoretisch aus der Fusion gewonnen werden. Dies bedeutet neben einem geringen Anteil von Spaltprodukten eine sehr hohe Brutrate wegen des sehr hohen Neutronenüberschusses. Es ist zu erwarten, daß bereits auf der Basis heutiger Uran- und Strompreise, der wesentliche Erlös aus dem Verkauf von Spaltmaterial kommen würde. Dieses Reaktorkonzept bietet sich daher besonders für den Fall eines „verschlafenen“ Einstiegs in eine Brüterflotte, bei plötzlich steigenden Uranpreisen an.

Sicherheit

Wenn wirklich alles schief geht, hat man einen unterirdischen „Kernwaffentest“. Die Anlage ist dann unwiederbringlich Totalschaden. Aber das war’s auch schon. Allein die USA haben über 800 unterirdische Testexplosionen in Sichtweite von Las Vegas ausgeführt. Im Spitzenjahr 1962 praktisch an jedem dritten Tag eine.

Das Inventar an Spaltprodukten liegt bei diesem Reaktortyp unter einem Prozent gegenüber einem konventionellen Leichtwasserreaktor. Dies liegt einerseits daran, daß ein erheblicher Teil der Energie aus der Fusion mit dem Endprodukt Helium stammt und andererseits durch die Wiederaufbereitung zur Spaltstoffgewinnung auch ständig Spaltprodukte dem Kreislauf entzogen werden. Wie Simulationsrechnungen gezeigt haben, ist auch nach 30 Betriebsjahren und der Berücksichtigung von Aktivierungen durch Neutronenbeschuß von Stahlhülle und umliegenden Gestein, die Radioaktivität so gering, daß man den Rest einfach unter Beton beerdigen könnte. An dieser Stelle sei daran erinnert, daß bei der Verwendung von Thorium praktisch keine langlebigen Aktinoide entstehen.

Das Inventar an Tritium wäre unter 100 Ci, da es ja ständig abgezogen werden muß, um es verbrauchen zu können. Ein vollständiges Entweichen durch einen Unfall wäre kein besonderes Problem.

Proliferation

Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß eine solche Anlage für Terroristen oder „Schurkenstaaten“ ein Objekt der Begierde sein könnte. Die bei diesem Reaktortyp verwendeten Sprengkörper sind als Waffe ziemlich ungeeignet. Sie wären kaum zu transportieren oder zu lagern. Sie müßten wegen ihrer Vergänglichkeit eher vollautomatisch gefertigt und unmittelbar verbraucht werden. Ebenso wird man kaum den Weg der Zündung über chemische Sprengstoffe gehen. Dies wäre viel zu teuer. Man wird eher den Weg über eine stationäre Zündmaschine gehen. Die wird aber so groß werden, daß man sie kaum stehlen könnte.

Nachwort

Manchem mag das alles wie Science Fiction vorkommen. Ist es aber gar nicht. Es gibt kaum etwas, was besser erforscht ist als Kernwaffen. Es gibt auch nach wie vor kaum ein Fachgebiet was besser ausgestattet ist. Wo stehen denn stets die schnellsten Rechner, die besten Labors, die größten Laser etc.? Wenn man wollte, könnte man diesen Reaktortyp innerhalb von zehn Jahren bauen. Es wäre ein sicherer Einstieg in die Kernfusion und es wäre für die einschlägigen „Fachabteilungen“ zumindest in USA und Rußland ein Routineauftrag. Weniger Forschung als Entwicklung.

Es geht hier nicht darum, Werbung für ein exotisches Kraftwerk zu machen. Es sollte nur an einem Beispiel gezeigt werden, wie unendlich breit das Gebiet der Kernenergie ist und welche Möglichkeiten es bieten würde. Eher geht es darum, daß der Blickwinkel – gegenüber unseren Vätern – sehr verengt worden ist. In den 1950er und 1960er Jahren hatte man noch eine Kreativität, wie sie heute vielleicht noch in der IT-Branche vorhanden ist. Technik war noch nicht negativ besetzt.

Es gab auch noch eine Hoffnung auf, und einen Willen zu einer besseren Zukunft. Die Angst- und Neidindustrie war noch gar nicht erschaffen. Der ganze Blödsinn von bald versiegenden Ölquellen, Uranvorkommen, „Treibhauseffekten“, „Ozonlöchern“ etc. konnte die Menschen noch nicht ängstigen. Es ist allerdings kein Zufall, daß sich alle Systemveränderer immer wieder auf die Energietechnik stürzen. Sie haben mehr als andere erkannt, daß Energie die „Master Resource“ ist, ohne die nichts geht, aber mit deren Hilfe, fast alles möglich ist.

Niemand zwingt uns Menschen, mit Wind und Sonne wieder zurück ins Mittelalter zu gehen. Die resultierende Armut und die entgangenen Chancen wären freiwillig gewählt.